Kurzfassung des Artikels:
- In Rendsburg pflastern Fans von Holstein Kiel weiterhin zahlreiche Aufkleber an Laternen und Schilder.
- Die Stadtverwaltung hat die Laternen in der Hohen Straße säubern und lackieren lassen.
- Das Anbringen von Aufklebern im öffentlichen Raum ist in Deutschland verboten, in Dänemark drohen bei Verstößen jedoch hohe Geld- oder sogar Haftstrafen.
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Mit Aufdringlichkeit gewinnt man keine Freunde. Einigen Fans von Holstein Kiel scheint das nicht klar zu sein, sonst würden sie nicht die Nachbarstädte der Landeshauptstadt mit einer solchen Fülle an Aufklebern pflastern. Vor drei Jahren schrieben wir erstmalig darüber, wie die Aufkleber des Klubs in Rendsburg auf Laternen, Schildern und an Häusern grassieren. Seitdem ist gefühlt alles schlimmer geworden. Der Abstieg aus der 1. Bundesliga scheint dieser Entwicklung keinen Abbruch getan zu haben.
Stadtverwaltung setzt ein Zeichen
Umso erfreulicher ist es nun, wie Rendsburg den Aufklebern von Holstein Kiel den Garaus macht. Zumindest hat die Stadtverwaltung jetzt in der Hohen Straße ein klares Zeichen gesetzt. Die eigentlich hübschen Laternen, jede für sich in den vergangenen Jahren ein hässlicher Werbeträger von Holstein Kiel, wurden von den Hinterlassenschaften der um sich klebenden Fans befreit. Anschließend erhielten die Laternen einen neuen Anstrich. Jetzt sehen sie wieder gut aus.
Man kann die Verwaltung nur dazu ermutigen, ihren kleinen Feldzug gegen die hässlichen Klebebilder fortzusetzen, auch wenn die nächsten Rückschläge schnell zu erwarten waren. Mindestens eine frisch lackierte Laterne hat es schon wieder erwischt.
Laterne in der Hohen Straße: Ein Fahrrad anzulehnen, ist erlaubt. Das Anbringen von Aufklebern hingegen ist offiziell verboten.
Foto: Aljoscha Leptin
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Aufkleber im öffentlichen Raum anzubringen, ist übrigens in Deutschland verboten. Aber da wir in Deutschland das Problem haben, solchen vermeintlichen Kleinigkeiten nicht genügend Beachtung zu schenken, kümmert das Verbot die Klebe-Täter gar nicht. Wie man das besser macht, sieht man in Dänemark. In Kopenhagen findet man im öffentlichen Raum so gut wie gar keine Aufkleber.
In Dänemark droht sogar Gefängnis
Das mag daran liegen, dass man im Reich von König Frederik X. die Sticker kollektiv doof zu finden scheint. Rein strafrechtlich gilt das Anpappen etwa auf Straßenschildern oder an Laternenmasten als eine Art von Vandalismus. Wer erwischt wird, zahlt eine Geldstrafe und muss zudem die Reinigungskosten übernehmen. Ein Verstoß ist nicht ratsam, da die Dänen dazu neigen, ihren Gesetzen und Vorschriften Geltung zu verschaffen. Wer es gar nicht kapieren will, kann sogar im Gefängnis landen.
Hoffen wir mal, dass Holstein Kiel nicht irgendwann ein Auswärtsspiel in Dänemark bestreiten muss. Mancher mitreisende Fan könnte in den Genuss eines längeren Dänemark-Aufenthalts kommen, als ihm lieb ist.