Bei einem der Häuser, das vom Ludwigshafener Immobilienskandal betroffen ist, steht die Zwangsversteigerung an. Die Heizung ist defekt. Der Ableser kommt trotzdem noch.

Offenbar gibt es so etwas wie Phantomwärme. „Manchmal stehe ich an der Heizung und denke: Es ist warm“, sagt jedenfalls Gerhard Krämer*, und dabei muss er selbst grinsen. Warme Heizkörper, die wären hier nämlich ein ziemliches Wunder – weil die Heizung in Krämers Wohnhaus an der Ludwigshafener Heinigstraße seit über zwei Jahren nicht mehr funktioniert. Laut der Mieter, die sie mal gesehen haben, ist jene Heizung völlig hinüber – wohl auch, weil der dafür zuständige Kontraktor mutmaßlich seit Jahren nicht mehr bezahlt worden ist.

Man könnte hier, in jenem markanten Bau mit der grünen Fassade am Rand der Ludwigshafener Innenstadt, also so etwas wie eine Psychologie des Lebens in der Schrottimmobilie schreiben. Und die wäre im Ergebnis ziemlich kafkaesk.

Es kommt hier beispielsweise jedes Jahr treu und brav der Ableser eines weiteren beauftragten Energiedienstleisters vorbei. Um an den Heizkörpern den Verbrauch einer Heizung abzulesen, die, wie gesagt, schon seit Jahren nicht mehr funktioniert. Und dann unverrichteter Dinge wieder zu gehen. „Hat man wohl vergessen aus der Kartei zu löschen“, sagt Steffen Weise, der Betreuer des fast 88-jährigen Gerhard Krämer. Auch Phantomwärme gilt es wohl zu messen. In imaginären Kilowattstunden wahrscheinlich.

Von Liefersperren und Notgemeinschaften

Über den Fall hat diese Zeitung schon mehrfach berichtet (zuletzt

Bei einem der Häuser, das vom Ludwigshafener Immobilienskandal betroffen ist, steht die Zwangsversteigerung an. Die Heizung ist defekt. Der Ableser kommt trotzdem noch.