Dass es in den letzten Wochen einer Saison vermehrt zu Rechenspielen kommt, ist im Fußball keine Besonderheit. Fans und Verantwortliche verfolgen jedes Ergebnis mit besonderer Aufmerksamkeit, vergleichen die Resultate der Konkurrenz mit den eigenen und kalkulieren unaufhörlich, welche Szenarien den Ausgang der Spielzeit noch beeinflussen könnten. Meist beschränken sich diese Überlegungen auf die eigene Liga – nicht aber in der laufenden Regionalliga-Saison. Denn der Ausgang selbiger hängt maßgeblich vom Fortuna-Abschneiden in der Zweiten Liga ab. Steigen die Düsseldorfer Profis ab, rutscht ihre U23 automatisch ans Tabellenende.
Profitieren könnte davon ausgerechnet der nächste „Zwote“-Gegner: der Wuppertaler SV. Am Samstag (14 Uhr, Paul-Janes-Stadion) steigt gegen den ehemaligen Bundesligisten aus Wuppertal, der am Rande zur Oberliga taumelt, das letzte Heimspiel vor der Sommerpause. Während es für die Mannschaft von Trainer Jens Langeneke sportlich um nichts mehr geht, steht für die Gäste die Zukunft ihres Vereins auf dem Spiel. Aktuell steht Wuppertal auf dem 16. Platz, punktgleich mit dem Tabellen-17. aus Velbert. Der Abstand auf das rettende Ufer beträgt bereits vier Punkte. Bei einer Niederlage in Düsseldorf würde der Traditionsverein daher als sportlicher Absteiger feststehen.
Doch selbst bei einem Sieg sind die Wuppertaler auf Patzer der Konkurrenz angewiesen, um Platz 15 noch erreichen zu können. „Fakt ist, dass wir sportlich noch eine Chance auf Rang 15 haben und als Minimalziel unsere aktuelle Platzierung behaupten wollen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein“, sagt WSV-Trainer Mike Wunderlich. Was in Wuppertal als „Eventualität“ bezeichnet wird, bedeutet aus Düsseldorfer Sicht vor allem eines: das Worst-Case-Szenario eines Doppelabstiegs. Denn in diesem Fall würde den Bergischen auch der 16. Platz zum Klassenerhalt reichen – eine Hoffnung, an die sich viele Wuppertaler klammern.
Die Ausgangslage vor dem vorletzten Spieltag ist daher mehr als kurios: Wuppertal könnte am Samstag ausgerechnet in Düsseldorf als Absteiger in die Oberliga feststehen und eine Woche später dann doch noch von Fortuna gerettet werden. Auch wenn sich die Partie für den WSV daher wie ein Endspiel anfühlt – faktisch entschieden wird über den Abstieg aus der Regionalliga frühestens am 17. Mai im Duell zwischen Fortuna und der SpVgg Greuther Fürth, wobei sich die Franken der Unterstützung aus Wuppertal sicher sein können – oder eine Woche später, am Ende einer möglichen Relegation.
Für die „Zwote“ geht es unabhängig davon darum, die Saison ordentlich zu Ende zu bringen. „Wir werden die Partie mit der nötigen Seriosität angehen. In der Trainingswoche hatten wir eine sehr gute Intensität in jeder Einheit, die wir so auch auf das letzte Heimspiel übertragen wollen“, sagt Trainer Langeneke. „Wenn uns das gelingt, bin ich guter Dinge, dass wir auch das passende Ergebnis einfahren werden.“