
AUDIO: Rehkitzretter am Flughafen Hannover (1 Min)
Stand: 09.05.2026 12:31 Uhr
Seit einigen Jahren sind ehrenamtliche Rehkitzretter im Frühling am Flughafen Hannover im Einsatz. Sie spüren die Tiere auf den Wiesen am Flughafenzaun mit Drohnen auf und stehen dabei immer im Kontakt mit den Fluglotsen im Tower.
In der Regel mähen Landwirte jedes Jahr zwischen Ende Mai und Mitte Juni ihre Wiesen ab, um Heu zu machen. Die sogenannte Mahd fällt mit der Hauptsetzzeit bei Rehen zusammen. Die bringen ihre Kitze im hohen Gras zur Welt. Dort bleiben die Kleinen einige Wochen in ihrem Versteck und sind Mähdreschern schutzlos ausgeliefert. Vielerorts suchen deshalb Rehkitzretter die Wiesen ab. Auch unmittelbar nördlich des Flughafengeländes in Hannover-Langenhagen.
Wärmebildkamera macht die Rehkitze sichtbar

Mit Hilfe der Wärmebildkamera wird ein Rehkitz als gelber Punkt sichtbar.
Wie auch andernorts werden dort Drohnen mit Wärmebildkameras eingesetzt, um die kleinen Rehe im hohen Gras aufzuspüren. Sie sind mit bloßen Auge kaum zu sehen und werden erst auf dem Wärmebild als kleine gelbe Punkte sichtbar. Das Problem: Drohnen sind direkt am Flughafen eigentlich verboten und damit sie überhaupt starten dürfen, müssen die Retter einiges beachten. Die Drohnenpiloten mussten sich beispielsweise extra zum Flugfunker ausbilden lassen. Während der Rettungsaktionen stehen sie immer in direktem Kontakt mit den Fluglotsen im Tower.
Tierrettung unter Zeitdruck
Es gibt enge Zeitfenster, in denen die Aktionen durchgeführt werden dürfen. Denn immer dann, wenn sich ein Flugzeug im Landeanflug befindet oder eine Maschine starten will, muss die Drohne wieder runter. „Das funktioniert in der Regel sehr gut und mit einem gewissen Vorlauf“, sagt Drohnenpilot Robert Lechner, der seit einigen Jahren dabei ist. „Wir sind da auch sehr flexibel und können unsere Drohne in kürzester Zeit landen.“
Ausnahmegenehmigung stand zuletzt auf der Kippe
Dieses Vorgehen hat sich zwischen dem Verein „Rehkitzrettung Hannover“ und den Fluglotsen seit dem ersten Einsatz 2021 gut eingespielt. Trotzdem war zuletzt fraglich, ob es weitergehen kann. Denn durch eine neue EU-Regelung stand die Genehmigung für den Drohneneinsatz auf der Kippe. Durch intensive Bemühungen und die Unterstützung der Deutschen Flugsicherung wurde aber eine Lösung gefunden. Man habe mit dem Bundesverkehrsministerium ein neues Rahmenkonzept erarbeitet, das auch zukünftig Drohnen-Einsätze in unmittelbarer Flughafennähe leichter ermögliche, teilte die Flugsicherung schriftlich mit.
Herzblut und wenig Schlaf für Rehkitze
Bei den Rehkitzrettern am Flughafen in Langenhagen hat diese Nachricht große Erleichterung ausgelöst. Sie haben viel investiert und sind froh, dass sie ihr Projekt fortsetzen können. Drohnenpilot Robert Lechner sagt: “ Wenn man sieht, wie so ein kleines Rehkitz aus dem Feld herausgetragen wird, ist das immer ein ganz besonderes Gefühl.“ Und natürlich hoffen er und das gesamte Team, dass sie genau das auch dieses Jahr wieder ganz häufig erleben werden.

Das kleine Reh steckte in Wilhelmshaven in einem Rolltor fest. Die Feuerwehr bog die Gitterstäbe auseinander.

Mehrere Maschinen wurden umgeleitet. Zeitweise war der Flugbetrieb am Flughafen Hannover-Langenhagen komplett eingestellt.

Eine Herz-Transplantation an der MHH wäre wegen des gesperrten Flughafens fast gescheitert, berichtet eine Ärztin auf Instagram.
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