Es ist ein Szenario, das sich jährlich wiederholt. Am Samstagmittag versammeln sich in Augsburg nach Angaben der Polizei rund 120 Menschen zu einer angemeldeten Demonstration. Es wird Russisch gesprochen, es erklingen teils russische Lieder. Erinnert wird an die Befreiung vom Nationalsozialismus im Mai 1945.

Zur gleichen Zeit stehen rund 150 Personen, davon überwiegend Frauen, an zwei Orten zusammen. Gesprochen wird Deutsch. Die blau-gelben Fahnen lassen unschwer erkennen, dass es sich um eine Versammlung handelt, die auf den Ukraine-Krieg Bezug nimmt.

Ukrainer zeigen am Herkulesbrunnen Flagge für ihr Heimatland.

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Ukrainer zeigen am Herkulesbrunnen Flagge für ihr Heimatland.
Foto: Peter Fastl

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Ukrainer zeigen am Herkulesbrunnen Flagge für ihr Heimatland.
Foto: Peter Fastl

Unter anderem stehen die Menschen zur Mittagszeit in der Sonne am Herkulesbrunnen. An dieser Stelle laufen FCA-Fans beim Fanmarsch vorbei. „Heja FCA“ skandieren die Ukrainer.

Zwei unterschiedliche Sichtweisen zur Protestaktion

Angemeldet ist die Kundgebung der Russen unter dem Motto „Gedenken an unsere Großeltern, die als Helden im Kampf gegen Faschismus gestorben sind, um Europa zu befreien“. Die Protestaktionen gegen die russische Veranstaltung, von denen es mehrere gibt, firmieren unter dem Titel „Gegen den sowjetischen Kriegskult in Augsburg“.

Zwischen den beiden Lagern steht ein größeres Polizeiaufgebot. Die prorussische Demo zieht durch die Innenstadt. Unter anderem führt der Weg durch die Bürgermeister-Fischer-Straße. Die Abschlusskundgebung findet an der City-Galerie statt. Die Polizei läuft mit. „Es ist alles friedlich geblieben“, sagt der Einsatzleiter.