Fragen & Antworten
Standdatum: 9. Mai 2026.
Autorinnen und Autoren:
Alexander Schnackenburg
Helfen diese Maßnahmen gegen das Müllproblem in der Neustadt?
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Helfen diese Maßnahmen gegen das Müllproblem in der Neustadt?
In der Bremer Neustadt kommt es immer wieder zu Vermüllung. Die Stadtreinigung könnte deshalb bald Verwarngelder bis 5.000 Euro aussprechen.
Quelle: dpa | ipa-agency/Luca Ponti
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Müll nehmen viele Meinungsmelder als störend wahr – nicht nur, aber auch in Bremen-Gröpelingen.
Bild: dpa | ipa-agency/Luca Ponti
In Gröpelingen ist es besonders dreckig, sagen Radio-Bremen-Meinungsmelder. Dabei kämpft die Stadtreinigung gegen illegale Müllkippen an: mit Sondertouren, Polizei – und Theater.
Müll und Dreck auf den Straßen machen vielen Menschen im Land Bremen zu schaffen. Das gilt besonders für die Bewohnerinnen und Bewohner Gröpelingens, wie unser Stadtteilcheck zeigt. Dazu hatten wir rund 5.000 Meinungsmelderinnen und Meinungsmelder von Radio Bremen gebeten, ihren Stadtteil nach elf Kriterien – darunter nach Sauberkeit – zu bewerten. Gröpelingen schneidet dabei am schlechtesten ab. Die Befragten bewerten die Sauberkeit des Viertels mit der Schulnote 5,6.
Zwar sehen die meisten Befragten die Hauptschuld bei den Bewohnern des Stadtteils. Einige Befragte verbinden ihre Kritik an den Verhältnissen vor Ort aber auch mit dem Vorwurf, dass Bremen zu wenig für die Sauberkeit in dem westlichen Stadtteil unternehme. Dem widerspricht die Bremer Stadtreinigung vehement.
Was macht die Bremer Stadtreinigung, um für ein sauberes Gröpelingen zu sorgen?
Abfallberaterinnen und Abfallberater der Stadtreinigung seien ständig in Gröpelingen präsent, sagt Lena Hartmann, Sprecherin der Bremer Stadtreinigung. Zusätzlich fahre die Stadtreinigung Sondertouren in Gröpelingen, beseitige dabei auch illegale Müllablagerungen. „Das lässt sich aus Kostengründen aber nicht überall durchführen“, fügt Hartmann einschränkend hinzu.
„Halt! Das brauch ich noch!“: So lautet der Titel des kostenlosen Abfalltheaters, mit dem die Bremer Stadtreinigung Kindern von fünf bis zehn Jahren das Mülltrennen vermittelt.
Bild: DBS/Fotoetage | Tristan Vankann
Auch streife die Stadtreinigung regelmäßig zusammen mit dem Ordnungsdienst und der Polizei für Sicherheits- und Säuberungsrundgängen durch den Stadtteil. Vor allem aber setze die Stadtreinigung in Gröpelingen auf Aufklärung. So führt sie an drei Tagen im Mai (20. bis 22.) ihr Abfalltheater vor dem Nachbarschaftshaus Helene Kaisen auf. Die Inszenierung informiere Kinder über das korrekte Trennen von Müll und über das Vermeiden von Abfall. „Die junge Zielgruppe nimmt solche gelernten Veränderungen oft auch mit nach Hause und so können wir eine langfristige Verhaltensänderung erzielen“, hofft Hartmann.
Was macht es aus Sicht der Stadtreinigung so schwer, Gröpelingen sauber zu halten?
Neben der schieren Menge an Müll sieht die Stadtreinigung das größte grundsätzliche Problem rund um Abfall in Personen, die ihren Müll nicht korrekt entsorgen. Dabei mangele es Bremen keinesfalls an den Möglichkeiten dazu.
Speziell in Gröpelingen kommt Hartmann zufolge hinzu, dass es dort viele Wohnungen für Monteure gebe. Dadurch entstehe eine „hohe Wechselfrequenz der Personen vor Ort“. „Das führt auch dazu, dass es viel Unkenntnis über das Entsorgungssystem gibt, aber auch die Motivation sehr gering ist, die Nachbarschaft generell sauber zu halten, weil es nicht die eigene ist“, sagt Hartmann.
Wilde Müllkippen sind ein Problem, das der Bremer Stadtreinigung besonders zu schaffen macht.
Bild: Radio Bremen
Bald soll die Bremer Stadtreinigung auch Personalien von Müllsündern aufnehmen, Verwarnungen aussprechen und Bußgelder verhängen. Wie soll das ablaufen?
Das ist noch nicht ganz klar. Hartmann bezeichnet den entsprechenden Beschluss der Umweltdeputation als „ersten wichtigen Schritt“, um ein Sanktionsteam bei der Stadtreinigung einzuführen. Wie das entsprechende Personal geschult und bezahlt werden soll – dazu äußert sich die Sprecherin noch nicht. Sie sagt nur, dass derzeit Rahmenbedingungen geschaffen würden, „um das Team schnellstmöglich loszuschicken“.
Gibt es auch Kritik an dem Plan, die Stadtreinigung mit dem Verfolgen von Müllsündern zu beauftragen?
Ja. Pit Eckert von der Gewerkschaft Verdi kritisiert, dass das Aufnehmen von Personalien, das Verwarnen und das Verhängen von Bußgeldern klassischerweise Aufgaben der Polizei und des Ordnungsamtes seien. Sollten auch Beschäftigte der Stadtreinigung damit betraut werden, müsse man sie angemessen auf die neuen Herausforderungen vorbereiten. „Das ist derzeit nicht der Fall“, so Eckert.
Verdi fordert: „Die betreffenden Beschäftigten müssen umgehend an den Veränderungsprozessen beteiligt werden.“ Sie müssten außerdem ihren neuen Aufgaben entsprechend fortgebildet werden. Außerdem fordert Verdi Beschäftigungsgarantien für „diejenigen Beschäftigten, die sich gegen eine derart tiefgreifende Veränderung ihrer Aufgaben entscheiden oder die die neuen Herausforderungen an ihre Tätigkeit nicht dauerhaft bewältigen können“.
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Bild: Radio Bremen
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buten un binnen.
Dieses Thema im Programm:
buten un binnen, 5. Mai 2026, 19.30 Uhr


