Nürnbergs Sanja Homann wird von zwei Essenerinnen verfolgt

Stand: 09.05.2026 • 14:43 Uhr

Der SGS Essen droht nach der Niederlage in Nürnberg der Abstieg aus der Frauen-Bundeliga. Am Samstag gab es etwas Schützenhilfe.

Die SGS Essen hat nach dem 0:3 (0:1) beim 1. FC Nürnberg nur noch kleine Chancen auf den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga der Frauen. Fany Proniez erzielte bereits in der ersten Spielminute die Nürnberger Führung, Natassja Lein (65.) erhöhte und Maëlle Seguin stellte den Endstand her (78.).

Mit 15 Punkten beträgt der Rückstand auf den Hamburger SV bei nur noch einer zu absolvierenden Partie drei Zähler und elf Tore. Der HSV verlor in einer dramatischen Schlussphase am Samstag beim 1. FC Köln mit 1:2 (0:1) und verpasste es damit, sich den Klassenerhalt endgültig zu sichern. Damit ist die SGS rechnerisch noch nicht abgestiegen und darf weiter hoffen.

Der HSV spielt am letzten Spieltag gegen den Meister Bayern München, Essen hat die vermeintlich leichtere Aufgabe im Heimspiel gegen den SC Freiburg.

Essen vergibt viele Chancen

Die Essenerinnen hatten am Freitagabend in dem so wichtigen Spiel in Nürnberg einen Horrorstart erwischt: Nach nur 58 Sekunden lag die Kugel zur Nürnberger Führung im Netz. Einen Querschläger nach einem Freistoß nutzte Proniez eiskalt aus. Den Schock verarbeitete die SGS gut – nach rund zehn Minuten zielte Kapitänin Jacqueline Meißner nur knapp zu hoch. Ella Touon scheiterte an Lourdes Romero im FCN-Tor (17.). Ramona Maier fand ihre Meisterin erneut in Romero (30.).

Fast im Gegenzug war die SGS jedoch im Glück, als nach einem katastrophalen Fehlpass Emoke Pápai freistehend vor Sindermann vergab. Den nächsten Beweis für den SGS-Chancenwucher gab es sieben Minuten vor der Pause: Leonie Köpp setzte die Kugel unbedrängt über das Tor. So lagen die Gäste zur Pause leicht zurück.

Nürnberg zu abgezockt für SGS

Nach der Pause verzeichnete Nürnberg die erste große Chance, aber die Latte verhinderte beim Schuss von Lein den zweiten Treffer (50.). Die SGS agierte nun offensiver – und lief prompt in einen Konter: Beke Sterner rettete per herausragender Grätsche gegen die einschussbereite Lein (55.). Der dritte Versuch von Lein führte dann aber zum Erfolg: Sie stand nach einem Querpass im Zentrum genau richtig und musste nur einschieben.

Den Essenerinnen war der Wille nicht abzusprechen, allerings wurde die SGS offensiv zu selten gefährlich. Stattdessen wirkte es so, als sei der FCN näher am dritten Treffer. Dieses Gefühl trügte nicht: Mit einem starken Distanzschuss erzielte die eingewechselte Seguin das dritte Nürnberger Tor. Das bedeutete für die Gastgeberinnen den sicheren Klassenerhalt, für Essen quasi den Abstieg.

SGS letzter reiner Frauen-Bundesligist

Nürnbergs Sanja Homann wird von zwei Essenerinnen verfolgt

Mit der SGS Essen würde sich der letzte reine Frauen-Bundesligist aus Deutschlands Eliteklasse verabschieden. Alle anderen Vereine, mit Ausnahme der bereits abgestiegenen Frauen aus Jena, unterhalten erfolgreich ein Männerteam in einer der höchsten zwei Profi-Ligen in Deutschland.

Essen am letzten Spieltag gegen Freiburg

Für das letzte Heimspiel gegen den SC Freiburg plant die SGS Essen nochmal etwas Besonderes: Der Verein möchte sich möglicherweise vor großer Kulisse verabschieden und wirbt dafür, das Stadion an der Hafenstraße möglichst auszuverkaufen. In Essen passen etwas mehr als 20.000 Fans auf die Tribünen.

Unsere Quellen:

  • Livespiel bei MagentaSport zwischen dem 1. FC Nürnberg und SGS Essen

Sendung: WDR.de,, „Essen verliert gegen Nürnberg und steht kurz vor dem Abstieg“, 08.05.2026, 20:54 Uhr
Sendung: Sportschau, „Essen taumelt in Nürnberg dem Abstieg entgegen“, 08.05.2026, 23:10 Uhr

Westdeutscher Rundfunk