Wenn es um Kaffee und Kuchen ging, ließen sich Berliner schon früher nicht lange bitten. Zum „konditorn“ fuhr man weit hinaus, ins Grüne. So auch zu den Kaffeehäusern in das als Gartenstadt angelegte Frohnau. Nicht, dass dies heutzutage noch eine solche Zugkraft hätte, dafür gibt es zu viele gute Innenstadt-Cafés. Aber mit dem an 365 Tagen im Jahr geöffneten „Kaffeehaus Zeltinger“ auf der Brücke zwischen Zeltinger und Ludolfingerplatz lebt der damalige Esprit ein wenig fort. Und es gibt für den Besuch gute Gründe: Frühstück bis 17.30 Uhr, die sonnige Terrasse, der lauschige Garten, ein großes Kuchen-, Torten- und auch Eisbecher-Angebot.
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Vom „Intermezzo“, Croissant mit Konfitüre und Butter für 6,40 Euro, bis zum „Zeltinger Brunch“ ab vier Personen (24,50 Euro p. P., plus Räucherlachs noch einmal 4,90 Euro) reicht die Auswahl. Dazu in der Rubrik „Süß und Gesund“ Zimtquark mit Honig und Früchten (8,60 Euro) oder das wunderbar sahnige Bircher Müsli mit Obst und karamellisierten Walnüssen (10,80 Euro) und dennoch ein leichter wie sättigender Start in den Tag. Nicht zu vergessen die Eierspeisen (7,50–16,90 Euro) in Form von Omelette, Rühr- und Spiegeleiern; erfreulicherweise mal keine Eggs Benedict. Dafür nicht so prickelnd: zu bestellen dauert, serviert wird (zu) schnell.
Warum das „Donnersmarck“ so heißt, ist eher ein Rätsel

Mit Landjäger und Mini-Schnitzelchen: das „Donnersmarck“-Frühstück im „Kaffeehaus Zeltinger“.
© Manuela Blisse | Manuela Blisse
Ein Frühstück mit Lokalkolorit ist das „Donnersmarck“ (19,20 Euro). Guido Graf Henckel Fürst von Donnersmarck (1830–1916) war nicht nur ein Großindustrieller, sondern stiftete nach dem !. Weltkrieg in Frohnau auch Land und Geld für die Versorgung von Kriegsversehrten. Ein kulinarischer Bezug zu ihm lässt sich mit den Besonderheiten auf dem Teller, Landjäger, Camembert mit (Feigen-)Senf-Chutney und einem Mini-Schnitzel nicht herstellen. An ihn zu erinnern, passt jedoch. Apropos Geschichte: Zahlreiche alte Fotos zieren gerade den Eingang, wo auch ein Bücherregal steht, und im Toilettenbereich im Untergeschoss läuft die Geschichte Frohnaus und seiner Kaffeehäuser als Endlosschleife.
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Erstaunlich für ein Kaffeehaus ist die große Auswahl an Tee, darunter auch Ungewöhnliches wie halbfermentierter chinesischer Jasmin-Tee, immer erhältlich im Glas (3,50 Euro) wie als Kännchen (6,50 Euro). Als Kaffee bevorzugender Gast darf man bei den schwarzen Bohnen schmunzeln. Gab es doch früher (und vielleicht auch noch heute) den Ausflugsgastronomie-Spruch „Draußen nur Kännchen“, schickt sich das „Zeltinger“ an, das Kännchen Kaffee (6,30 Euro) auch nonchalant drinnen zu servieren.
Kaffeehaus Zeltinger, Zeltinger Platz 1a, Frohnau, Tel. 401 10 17, Mo.–Fr. 8.30–18.30 Uhr, Sbd.+So 9–18.30 Uhr, www.kaffeehaus-zeltinger.de/