Das Spiel:
Vier Veränderungen nahm Nico Willig in seiner Startformation beim Gastspiel in Rostock im Vergleich zum Kantersieg gegen Essen vor Wochenfrist vor. Flo Hellstern stand für Jerik van der Felsen im Kasten und Tim Köhler rückte anstelle von Alexander Groiß in die Innenverteidigung. Zudem nahm Samuele di Benedetto den Platz von Julian Lüers im Mittelfeld ein und Mansour Ouro-Tagba stürmte für Jeremy Arevalo.
Den besseren Start erwischte die U21. Ex-VfB-Spieler David Hummel foulte nach sechs Minuten Noah Darvich im Strafraum und den fälligen Elfer verwandelte Nico Sessa sicher ins rechte Eck. Kurz danach lag der Ball dann ein zweites Mal im Hansa-Kasten, allerdings zählte der Treffer von Darvich aufgrund einer Abseitsposition nicht. Die Hausherren antworteten per Standard nach einer guten Viertelstunde und kamen zum Ausgleich. Flo Hellstern verhinderte nach 20 Minuten dann sogar einen möglichen Rückstand, als er gegen den frei vor ihm aufgetauchten Lebeau großartig per Fußabwehr klärte. Auf der Gegenseite traf Leny Meyer in aussichtsreicher Position nur das Außennetz. In der Folgezeit erhöhte Rostock die Schlagzahl und drehte die Partie. Zunächst war die U21 im Glück, dass Sessas Tritt gegen Lebeau keinen Strafstoß zur Folge hatte. Lebeau blieb indes der auffälligste Akteur und legte nach gut einer halben Stunde das 2:1 auf. Seine Flanke von rechts verwertete der dänische Sturmtank Emil Holten im Zentrum zur Führung. Und nur kurz danach war es eine Ecke des Franzosen, die gar zum 3:1 führte. Die Hereingabe Lebeau‘s köpfte Hansa-Kapitän Franz Pfanne ins Zentrum und der Österreicher Lukas Wallner musste nur noch den Fuß hinhalten. Von diesem Doppelschlag erholte sich das Team von Nico Willig nur langsam. Erst kurz vor der Pause kam auch die U21 wieder zu Chancen. Sessas Schuss rauschte rechts vorbei und den Abschluss von Mansour Ouro-Tagba köpfte Wallner gerade noch von der Torlinie. So blieb es beim 3:1-Pausenstand.
Durchgang zwei begann mit einem Kuriosum. Weil einem der Schiedsrichter-Assistenten in der Nachspielzeit der ersten Hälfte schlecht geworden war und deshalb zu früh abgepfiffen wurde, mussten zunächst 30 Sekunden aus Durchgang eins nachgespielt werden, ehe die Seiten gewechselt werden konnten. Personell gab es derweil keine Veränderungen. Drei Minuten waren gespielt, als Nico Sessa traf, die Freude währte jedoch nicht lange, da es wie schon vor der Pause von Noah Darvich ein Tor aus Abseitsposition war. Ein Fehler in der Spieleröffnung der U21 führte nach 51 Minuten dann zu einem noch höheren Rückstand. Nachdem ein Schuss von Noah Darvich sichere Beute von Uphoff wurde, reagierte Nico Willig mit einem Dreifach-Wechsel, um frischen Wind in die Partie zu bringen. Und diese Rechnung ging auch auf. Darvich flankte von der rechten Seite ins Zentrum, wo Nuha Jatta, einer der drei Neuen, auf 4:2 verkürzte. Das Spiel ging weiter hin und her und Mitte der zweiten Hälfte verhinderte Flo Hellstern gegen die Rostocker Offensive einmal mehr Schlimmeres. Im Gegenzug fälschte Jatta einen Distanzschuss von Darvich unglücklich ab und die Kugel rauschte deshalb rechts vorbei. Die U21 schnupperte danach am Anschluss, hatte aber zunächst kein Glück. Ein Distanzschuss von Mirza Catovic strich eine gute Viertelstunde vor dem Ende nur knapp rechts am Rostocker Tor vorbei. Und auch einen Versuch von Christopher Olivier konnte die Hansa-Defensive erst in höchster Not klären. In der Nachspielzeit fischte sich Benjamin Uphoff erst einen Abschluss des eingewechselten Jordan Majchrzak und war Sekunden später dann machtlos. Tim Köhler traf aus der Drehung zum 4:3. Im Gegenzug stellten die Hausherren dann aber den alten Abstand wieder her. Bei einem Konter fand Kenan Faktic im Zentrum Andreas Voglsammer, der ohne Mühe zum 5:3-Endstand einschieben konnte.
Die Tore:
6. Minute: Nico Sessa verwandelte einen Foulelfmeter sicher und platziert ins rechte Eck. Zuvor hatte David Hummel Noah Darvich bei einem Dribbling im Sechzehner zu Fall gebracht.
16. Minute: Eine Freistoßvariante der Rostocker brachte den Ausgleich. Lebeau flankte von halblinks nicht ins Zentrum, sondern spielte quer zu Faktic, gegen dessen Distanzschuss Hellstern nichts ausrichten konnte.
31. Minute: Durch einen Konter der Rostocker geriet die U21 in Rückstand. Adrien Lebeau hatte auf rechts zu viel Platz und Zeit zum Flanken. Seine Hereingabe verwertete Emi Holten in zentraler Position zum 2:1.
34. Minute: Im Anschluss an eine Ecke kassierte das Willig-Team das dritte Gegentor. Lebeau hob den Ball von rechts auf den Kopf von Franz Pfanne, der quer zu Lukas Wallner köpfte. Der Österreicher musste nur noch den Fuß hinhalten.
51. Minute: Ex-VfB-Spieler David Hummel nahm eine Einladung der Hintermannschaft des Willig-Teams gerne an und vollendete freistehend vor Flo Hellstern zum 4:1.
57. Minute: Der kurz zuvor eingewechselte Nuha Jatta verwandelte eine präzise Hereingabe von Noah Darvich sehenswert per Rechtsschuss zum 4:2 und ließ Benjamin Uphoff keine Abwehrchance.
90.+2 Minute: Bei einem Angriff über die linke Seite fand Jatta im Strafraum Nankishi, der zunächst noch erfolgreich geblockt werden konnte. Der Ball landete aber vor den Füßen von Tim Köhler, der aus der Drehung verkürzte.
90.+3 Minute: Ein Konter der Hausherren sorgte für den 5:3-Endstand. Kenan Faktic war auf links durchgebrochen und bediente Andreas Voglsammer im Zentrum, der keine Mühe hatte zu vollenden.
Die Trainerstimme:
„Wir sind sehr gut ins Spiel reingekommen und gehen verdient in Führung. Damit haben wir ins Wespennest gestochen. Was Hansa kurz mit uns gemacht hat, aus Standards, aber auch aus Umschaltmomenten, war brutal. Deswegen war das 3:1 dann okay. Dann fressen wir das unnötige 1:4. Das gehört dazu, denn wir wollen mutig sein. Die Reaktion nach dem 1:4 bei dieser Auswärtskulisse war top. Die Jungs haben ein starkes Spiel gemacht. Ich war sehr zufrieden, wie sie angerannt sind und wie wir dann zurückgekommen sind. Wir hätten sogar früher den Anschluss machen können. Es war eine richtig tolle Erfahrung für die Jungs“, sagte Nico Willig.
Das nächste Spiel:
Am finalen Spieltag der 3. Liga empfängt die U21 am Samstag, 16. Mai Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück. Spielbeginn in der WIRmachenDRUCK Arena ist um 13.30 Uhr.