Dietmar Hasenpusch an der Elbe beim fotografieren eines Schiffes

AUDIO: Zwischen Elbe und Amazonas: Das Leben eines Schiffsfotografen (3 Min)

Stand: 08.05.2026 14:49 Uhr

Wenn bei einem Hafenbrand ein Schiff zerstört oder von Piraten entführt wird, dann braucht die Presse Bilder. Wahrscheinlich hat Dietmar Hasenpusch das Passende in seinem Archiv. Er ist seit mehr als 30 Jahren Schiffsfotograf.

von Lena Haamann

Als er elbaufwärts, am Horizont, den großen Tanker auftauchen sieht, zückt er seine Kamera. Dietmar Hasenpusch steht in Wedel Schulau am Anleger, guckt durch das lange Teleobjektiv und drückt den Auslöser – immer wieder.

„Die Kombination Schifffahrt und Fotografie ist eigentlich wie eine Sucht. Ich habe mit zehn Jahren an der Elbe gestanden und damals schon Schiffe fotografiert. Früher waren ja noch wesentlich mehr Schiffe auf der Elbe unterwegs“, sagt Hasenpusch.

Schiffe beim Hafengeburtstag.

Der erste Tag des 837. Hafengeburtstags ist zu Ende. Höhepunkte waren die Einlaufparade und die große Bühnenshow auf der Elbe.

Vom Hobby zum Beruf

Mittlerweile ist er 72. Das Hobby von früher wurde sein Beruf. Seit mehr als 30 Jahren ist Dietmar Hasenpusch Schiffsfotograf. Zurück in seiner Foto-Agentur in Schenefeld scrollt er am Computer durch die Ordner.

Mehr als 2 Millionen Bilder hat er in seinem Archiv. Vom kleinen Segelschiff bis zum Containerriesen. Hinter jedem dieser Fotografien stecke eine Geschichte. Früher sei er viel für Reiseveranstalter unterwegs gewesen.

Die beste Aufnahme entstand im Amazonas

Dietmar Hasenpuschs bestes Foto von einem Kreuzfahrtschiff mitten im Amazonas

Seine beste Aufnahme zeigt ein Kreuzfahrtschiff mitten im Amazonas.

Da entstand auch ein Foto von einem Speditionskreuzfahrtschiff, welches er nie vergessen wird und als seine schönste Aufnahme bezeichnet. „Wir sind in den Amazonas reingefahren und der Kapitän hat dann extra ein Beiboot für mich runtergelassen. Dann kam das Kreuzfahrtschiff durch den Dschungel raus um die Kurve. Das war faszinierend. Das war eine einmalige Aufnahme.“

Mit den Bildern beliefert er Reedereien, Zeitschriften, Schiffsbauer oder Werbeagenturen. Früher ist er noch jedem Schiff selbst hinterhergejagt, erzählt er. Oft auch mit dem eigenen Schiff oder einem Charterflug.

Trotz schlechtem Wetter gute Fotos

Heute bekommt Dietmar Hasenpusch auch Bilder von 45 Fotografen zugeliefert, die er nur noch bearbeitet. „Man muss aus schlechtem Wetter auch ein Foto mit gutem Wetter machen können.“

Das sei vielleicht ein kleines bisschen manipuliert aber wenn man nur eine Aufnahme bei schlechtem Wetter habe dann müsse man das Beste draus zaubern können, da man ja keinen Einfluss auf das Wetter habe.

Ein Leben in 800.000 Dias

Dietmar Hasenpusch steuert ein Boot, während er Fotos schießt

Für gute Fotos nimmt Hasenpusch besondere Perspektiven ein.

Jedes Foto kann plötzlich gefragt sein – wie zuletzt von dem Frachter „MSC Francesca“, nachdem dieser vom Iran beschossen worden war. Die 800.000 Dias, die er noch von früher im Schrank hat, sind dagegen kaum noch gefragt. Trotzdem will er sie behalten.

„Die ganzen Dias sind mein Lebenswerk. Das kann man nicht wegschmeißen. Das hat einen wahnsinnigen Materialwert. Und das ist mein Leben in Bildern. In Schiffsbildern.“ Jedes Jahr kommen neue dazu. Solange er lebt, hofft Dietmar Hasenpusch. Denn Schiffe zu fotografieren, sei für ihn eben eine Sucht.

Ein in seine Einzelteile zerlegter VW Golf, Fotografie von Hans Hansen von 1988.

Der heute 86-Jährige machte Kampagnen für Lufthansa, Autos und Designmöbel. Nun würdigt ihn das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe in einer Retrospektive.

Eine Wand der Ausstellung "40 Jahre Hamburger Pressefotografie".

Die Bilder zeigen Zeitgeschichte: Promi-Besuche in Hamburg, Politiker und gesellschaftliche Ereignisse.