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Uns auf Google folgenNach dem Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff wächst die Aufmerksamkeit rund um das Hantavirus (Symbolbild).Nach dem Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff wächst die Aufmerksamkeit rund um das Hantavirus (Symbolbild). © IMAGO/Christian Ohde

Nach mehreren Hantavirus-Fällen auf einem Kreuzfahrtschiff wächst auch in Deutschland die Aufmerksamkeit rund um das Virus. So ist die Lage in Bayern.

München – Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ wächst die Aufmerksamkeit rund um das Virus auch in Deutschland. Vor allem die Möglichkeit einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung sorgt für Verunsicherung. Doch wie ist die Lage in Bayern?

Hantavirus-Ausbruch im Atlantik: Wie ist die Lage in Bayern?

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gibt vorerst Entwarnung. Wie ein Sprecher auf Anfrage der Redaktion erklärt, gibt es derzeit kein erhöhtes Risiko für die Bevölkerung im Freistaat. Das LGL betont, dass sich das auf dem Schiff nachgewiesene sogenannte Andes-Hantavirus deutlich von den in Deutschland vorkommenden Varianten unterscheidet.

„In Europa, und somit auch in Bayern, sind bislang keine Hantavirus-Typen aufgetreten, bei denen Übertragungen von Mensch zu Mensch bekannt sind“, erklärt der Sprecher des LGL. Das Andes-Virus gehöre zu den sogenannten Neuwelt-Hantaviren und unterscheide sich „nicht nur hinsichtlich seiner Übertragungswege, sondern auch der Infektiosität, den Symptomen und der Sterblichkeit“ von den in Europa verbreiteten Hantaviren.

Laut LGL erfolgen Infektionen in Bayern meist durch Kontakt mit Nagetieren oder deren Ausscheidungen. Hauptüberträger ist die Rötelmaus. Menschen stecken sich vor allem durch das Einatmen virushaltiger Stäube an – etwa beim Reinigen von Kellern, Schuppen oder Gartenhäusern.

Mit Stand Anfang Mai wurden dem LGL für 2026 bislang drei Hantavirus-Fälle gemeldet, berichtet der Sprecher. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 39 Fälle gewesen. Insgesamt registrierte die Behörde 2025 in Bayern 90 Erkrankungen, 2024 waren es 56.

In Bayern gibt es bestimmte Hantavirus-Risikogebiete

Bekannte Risikogebiete sind laut LGL die Region Aschaffenburg-Würzburg, Teile des Bayerischen Waldes sowie die Schwäbische Alb. Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung wird derzeit als gering eingeschätzt. Das Robert Koch-Institut verweist auf eine aktuelle Einschätzung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), wonach das Risiko durch den Kreuzfahrtschiff-Ausbruch „sehr gering“ sei.

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Doch wie kann man sich, gerade auch bei gefährdeten Tätigkeiten, schützen? Das LGL rät insbesondere bei Reinigungsarbeiten in Räumen mit möglichem Mäusebefall zur Vorsicht. „Staubentwicklung sollte bei Reinigungsarbeiten durch vorheriges Befeuchten vermieden werden“, so der Sprecher. Bei sichtbarem Mäusebefall sollten zudem Handschuhe sowie gegebenenfalls FFP2- oder FFP3-Masken getragen werden.

Typische Symptome einer Hantavirus-Infektion sind plötzlich auftretendes hohes Fieber, Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen. Auch Übelkeit, Bauchschmerzen oder Sehstörungen können auftreten. Die Sterblichkeit gilt in Deutschland als äußerst niedrig. „Seit Einführung der Meldepflicht wurde in Bayern lediglich ein Hantavirus-assoziierter Todesfall dokumentiert“, teilt das LGL mit. (Quellen: Anfrage beim LGL, Robert Koch-Institut), (leo)