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Köln (Nordrhein-Westfalen) – Es ist der Countdown zur allerletzten Chance. Doch noch auf den Thron. Doch noch nach ganz oben als Deutschlands neuer Superstar. Eine Geschichte wie Phoenix aus der Asche. Und es gab schon viel Asche im Leben von DSDS-Finalist Menowin Fröhlich (38). Weil sich der Sänger so viel aufgebaut und es dann wieder niedergebrannt hat.
Menowins DSDS-Finale 2010 war legendär
Mehrzad (damals 29, l.) und Menowin (damals 22) rissen bei ihrem gemeinsamen Finalauftritt 2010 fast das Studio ab. Nie war mehr Feuer in der Luft einer DSDS-Show
Foto: People Picture/Patric Fouad
Wenn Menowin heute Abend in Köln beim großen DSDS-Endspiel (ab 20.15 Uhr, RTL) um den Superstar-Thron auf der Bühne steht, ist dies eine Rückkehr an einen Ort vor Bohlen und Co., der eine große TV-Geschichte hat. Vielleicht die größte der erfolgreichen RTL‑Sendung. Ältere Fans werden sich erinnern. Jüngere können es in alten Clips nachschauen. BILD war damals dabei, als es zum verrücktesten Finale aller Zeiten kam. 7. Staffel. Letzter Akt. 17. April 2010. Von fast 35.000 Bewerbern waren nur noch Menowin und Mehrzad Marashi (45) geblieben. Nie zuvor brannte dermaßen die Luft in der Halle einer DSDS-Show.
Mehr zum ThemaDer Boden bebte in der Halle
Der Boden bebte, als beide zur letzten „Schlacht“ auf die Bühne kamen. Ein Duell am Mikro, das es seitdem so nie wieder gegeben hat. Zwei Musik-Gladiatoren in der Arena mit Mikros. Favorit Menowin (damals 22) gegen Mehrzad (damals 29).

Noch einmal ins Rampenlicht: Menowin hofft mehr als 20 Jahre nach seinem ersten DSDS-Auftritt auf den Titel
Foto: Schneider-Press/Raphael Stötzel
Menowin war völlig aufgeputscht
Fröhlich überragt mit dem Michael-Jackson-Hit „Billie Jean“, singt fürs Herz „That’s what friends are for“. Mehrzad geht mit „Fresh“ von Kool & the Gang in den Party-Einsatz, schmachtet noch „Endless Love“ ins Mikro. Beide singen den eigens komponierten späteren Hit „Don’t believe“. Was viele hier nur ahnten? Menowin stand nicht nur unter Strom. Tage zuvor hatten Kokain-Vorwürfe für Aufsehen gesorgt. Mitbewerber Helmut Orosz (47) flog bereits vorher aus den TopTen, weil er beim Drogenkonsum erwischt worden war. Gegen Menowin gab es damals ebenfalls Vorwürfe. Die ließ er an sich abprallen. Vor dem Finale schaute sogar noch die Polizei vorbei. Jahre später gab er zu: „Vor dem Finale war ich auf Drogen.“

Der bitterste Moment: Die Anrufer haben sich für Mehrzad als Sieger entschieden. Für Menowin platzte hier der große Traum vom Sieg
Foto: picture alliance/dpa
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Für viele unvergessen bleibt der Moment der Siegerverkündung. Menowin riss bereits den Arm hoch, als dann doch Mehrzads Name fiel. Mehr Anrufe für ihn! Ein kompletter Absturz für den Favoriten, der bis dahin in allen Live-Shows vorn gelegen hatte. Im Michael-Jackson-Outfit kam Menowin auf die After-Show-Party. Der Blick leer, der Lebensraum geplatzt. Zu BILD nur ein Satz: „Es war nicht gerecht.“ Danach war Fröhlich zwei Tage verschwunden. BILD fand ihn in Köln an einer Fast-Food-Filiale.

Dieter Bohlen (72) und Menowin kennen sich seit seiner ersten Teilnahme an der Casting-Show 2005
Foto: action press
Nutzt Menowin die allerletzte Chance?
Nun hat der Sänger mit acht Kindern (das neunte ist unterwegs), der Knast-Historie und dem XL-Talent seine x-te Chance. Älter geworden, erfahrener, dünner und nach eigenen Angaben weg von Drogen: Pop-Titan Dieter Bohlen (72) zu BILD: „Ich glaube, da sind zwei Jungs, die das gewinnen können. Einer ist Menowin Fröhlich. Und einer ist Paco.“ Vielleicht wird der DSDS‑Chefjuror nach 16 Jahren doch noch mit einem der besten Sänger, die DSDS je hervorgebracht hat, an einer Superstar-Karriere arbeiten können. Menowin hat es einmal mehr in der Hand.