Lucy Stettin

Feine Details wie organische Formen und schimmernde Oberflächen verwandeln das Pariser Appartement von Julie Rogier in eine Hommage an vergangene Tage am Meer.

Schon beim Betreten des Gebäudes vermitteln Keramikfliesen, Messingdetails und aneinandergereihte Briefkästen im Treppenhaus diese unverkennbare 70er-Jahre-Ästhetik, der Julie Rogier nicht widerstehen konnte. In ihrer kleinen Pariser Wohnung fühlt sich die Interiordesignerin und Gründerin von Studio Dallas an Kindheitsurlaube an der Atlantikküste zurückversetzt.

Small Space Paris Julie: Sitzende Person vor glänzender, olivfarbener Fliesenwand in ruhiger Innenraumatmosphäre.

Interiordesignerin Julie Rogier lässt Erinnerungen in ihrem Pariser Zuhause aufleben. Mehr zu ihrem Label gibt’s unter www.studiodallas.fr und auf Instagram unter @studiodallas_.

© MARIANNE GIRARDET

„Das Gebäude und die Wohnung erinnern mich an die 70er-Jahre, als meine Eltern und ich Sommerurlaube an den Seebädern der Atlantikküste verbrachten.“

Small Space Paris Julie: Flurbereich mit grün glasierten Fliesen, maßgefertigtem Einbauschrank und dekorativer Konsole.

Angelehnt an die Lehre der fünf Elemente greift die organisch geschwungene Wand mit glänzenden Zellige-Fliesen (Mosaic Factory) im Wohnzimmer das dominierende Thema Wasser auf.

© Frenchie Cristogatin

Ursprünglich bestand das Appartement aus einem Raum mit separater Küche. Julie erkannte das Potenzial und teilte die Fläche mit maßgefertigten Einbauten aus Nussbaumholz in drei klar definierte Bereiche: Schlafen, Wohnen und Arbeiten. Ihr Stil ist geprägt durch die chinesische Fünf-Elemente-Lehre. Glänzende Oberflächen von Fliesen und Spiegeln, aber auch geschwungene Formen machen Wasser zum zentralen Element in Julies Wohnung. Materialien wie Samt, Marmor, Messing, Holz und Beton repräsentieren die übrigen Elemente: Holz, Feuer, Erde und Metall. 

Small Space Paris Julie: Kompakte Küche mit Holzfronten, grüner Marmorarbeitsplatte, Messingarmatur und integrierter Nische.

Auch in der Küche wird das Element Wasser mit reflektierenden Oberflächen wie Metall, Marmor und Spiegeln sowie geschwungenen Formen aufgenommen. Die Fronten in Nussbaum-Optik sind von Ikea. Messinggriffe von Dauby, Messingarmatur von Grohe.

© Frenchie Cristogatin

Small Space Paris Julie: Kleines Badezimmer mit Holzwaschtisch, Aufsatzbecken, Messingarmatur und abgerundetem Spiegel.

Abgerundete Wände rahmen die Badewanne ein. Aufsatzwaschbecken „Peal White“ von Rea, Leuchte von Flos, Armatur von Grohe.

© Frenchie Cristogatin

Bei der Gestaltung spielte Funktionalität eine ebenso große Rolle wie Ästhetik: Der Einbauschrank im Wohnbereich mit integrierter Sitzbank, die Trennwand, hinter der Schlafzimmer und Arbeitsplatz verschwinden, und ein harmonisches Gesamtkonzept schaffen Atmosphäre, Struktur und Ordnung auf kleinster Fläche.

Small Space Paris Julie: Kompaktes Schlafzimmer mit Einbauregalen, gemusterten Textilien, Fensterjalousien und warmen Erdtönen.

Der Kleiderschrank setzt sich mit deckenhohen Wandelementen fort und rahmt das Bett ein. Tapete „Kubu“ von Nobilis in Strohoptik ziert Wand und Schrankfronten.

© Frenchie Cristogatin

Schmaler Homeoffice-Bereich mit Holzschreibtisch, Wandregalen, Designleuchte und gepolstertem Drehstuhl.

Im Alltag verschwindet der Arbeitsplatz hinter Schranktüren aus dunklem Nussbaumholz im Wohnzimmer. Eine Wandöffnung mit Terrakottasteinen lässt Tageslicht aus dem angrenzenden Schlafzimmer in den schmalen innen liegenden Raum einfallen.

© Frenchie Cristogatin

Der Grundriss:

Dieses 32 m²-Raumwunder ist eine Liebeserklärung an die Siebziger

© Aaron Wessels

Ein Highlight ist der Balkon nach Südwesten. Bei Sonnenuntergang wird er in warmes orangefarbenes Licht getaucht und bietet einen magischen Blick auf Sacré-Cœur.

Lernen von Julie: 3 einfache Tipps, um kleine Räume flexibel und praktisch zu gestalten

Neue Bereiche schaffen: Alles in einem Raum unterzubringen, kann ihn schnell unharmonisch wirken lassen. Dann hilft es, klare Bereiche zu definieren. Das geht auch ohne Wände: Glaselemente, Vorhänge, üppige Pflanzen und hohe Möbel wie Regale sind eine mieterfreundliche Alternative.

Mehr als nur Stauraum: Auf wenig Quadratmetern ist jeder Stauraum kostbar. Was dabei nicht vergessen werden darf: Große Schränke prägen den Raum. Ob verspiegelt, farblich mit der Wand verschmelzend oder als bewusster Akzent – die Wahl trägt zur Raumwirkung bei.

Bank statt Stuhl: Sitzbänke können zusätzlichen Stauraum bieten und brauchen keine „Rangierfläche“, im Gegensatz zum Stuhl. Und wenn Besuch kommt, wird einfach enger zusammengerückt.

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