
Auf dem Gelände des Uniper-Kraftwerks in Gelsenkirchen-Scholven sind heute die Kühltürme D und E kontrolliert gesprengt worden. Es war die vierte Sprengung seit 2008. Auf dem Gelände plant der Uniper-Konzern den Bau eines neuen Kraftwerks, das auch mit Wasserstoff betrieben werden soll.
Pünktlich um 11 Uhr haben sich die beiden 114 Meter hohen Türme buchstäblich in eine riesige Staubwolke verwandelt. Nach Angaben von Uniper sind dabei 15.000 Tonnen Beton-Schutt angefallen. Der Schutt soll jetzt an Ort und Stelle zu Recyclingmaterial aufbereitet werden.
Drohnenaufnahme vom Moment der Sprengung
Das plant Uniper in Gelsenkirchen
„In Scholven bereiten wir den Weg für eine zukunftsfähige Energieinfrastruktur und für Unipers Anspruch, Deutschland auch künftig zuverlässig mit sauberer, flexibler und regelbarer Stromerzeugung zu versorgen“, sagt Arne Bayer aus der Uniper-Geschäftsführung zu den Zukunftsplänen für den Standort in Gelsenkirchen.
Kraftwerk Gelsenkirchen-Scholven
Der Konzern will in Scholven eine Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD-Anlage) neu errichten, in der auch Wasserstoff zum Einsatz kommen soll. Auch ein so genannter „Ammoniak-Demonstrationscracker“ soll hier erprobt werden – eine Anlage, die pro Tag 28 Tonnen Ammoniak in Wasserstoff umwandeln kann. Der Bau hat bereits begonnen. Uniper plant die Inbetriebnahme noch in diesem Jahr.
Wohngebäude mussten nicht evakuiert werden
Für die Sprengung mussten nach Angaben des Energieriesen keine Wohngebäude evakuiert werden. Es galt lediglich ein Sperrbereich mit einem Umkreis von 300 Metern um die beiden Kühltürme. Zwei Straßen (Buerelter Straße, Feldhauser Straße) in der Umgebung mussten zumindest teilweise gesperrt werden. Schon 2008, 2015 und zuletzt im September 2025 hatte es auf dem Gelände kontrollierte Sprengungen gegeben.
Ursprünglich diente das Kraftwerk nur zur Stromversorgung der 1908 gegründeten Zeche Scholven, zwischenzeitlich war es einmal das größte Steinkohlekraftwerk Deutschlands.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung von Uniper
Sendung: WDR.de, Uniper lässt in Gelsenkirchen weitere Kühltürme sprengen, 09.05.2026, 06:04 Uhr
Sendung: WDR.de, Sprengung der Kühltürme in Gelsenkirchen, 09.05.2026, 12:10 Uhr