Brandgefahr durch Defekte in Photovoltaik-Anlagen bereitet vielen Hausbesitzern Sorgen. In Avenwedde wurde der Albtraum am Samstag Realität.

Gütersloh-Avenwedde (ei) – Ein aufwendiger Dachstuhlbrand hat am Samstagnachmittag die Feuerwehr Gütersloh über mehrere Stunden hinweg in Atem gehalten. Am Birkenweg war es vermutlich im Bereich einer Photovoltaikanlage zu einem technischen Defekt gekommen. Während der umfangreichen Löscharbeiten erlitt ein Feuerwehrmann einen Stromschlag und musste zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. 

Bei Gartenarbeit Flammen bemerkt

Aufwändige Löscharbeiten hielten die Feuerwehr am Samstag über Stunden in Atem. Infolge eines Stromschlags wurde ein Feuerwehrmann verletzt. Foto: EickhoffGegen 13.20 Uhr wurde für die Feuerwehr Großalarm ausgelöst. Der Hausbesitzer hatte kurz zuvor Flammen im Bereich des Dachstuhls bemerkt, als er im Garten arbeitete. Unmittelbar danach rückten neben der Berufsfeuerwehr auch die Löschzüge Avenwedde und Friedrichsdorf aus. Letzterer brachte zusätzlich die Hygienekomponente zur Einsatzstelle. „Als wir hier eintrafen, war bereits von der Nordhorner Straße aus eine massive Rauchentwicklung zu erkennen. Schwarzer Rauch stieg weithin sichtbar in den Himmel“, schilderte Einsatzleiter Edgar Leingang die Lage nach den ersten Maßnahmen.

Zusätzliche Kräfte angefordert

Da sich der Brand im Dachbereich rasch ausbreitete und zahlreiche Atemschutzgeräteträger benötigt wurden, alarmierte die Einsatzleitung im weiteren Verlauf zusätzlich den Löschzug Isselhorst. Später rückten außerdem die Höhenretter sowie um 16.08 Uhr auch der Löschzug Spexard zur Unterstützung an. Damit standen der Einsatzleitung zahlreiche Feuerwehrkräfte zur Verfügung. Um eine ausreichende Wasserversorgung sicherzustellen, zapften die Einsatzkräfte mehrere Unterflurhydranten in der Siedlung nahe der Nordhorner Straße an.

Immer neue Glutnester

Das Feuer konnte zwar zunächst schnell eingedämmt werden, dennoch bereiteten immer wieder aufflammende Glutnester Probleme. Diese waren aufgrund der besonderen Dachkonstruktion nur schwer erreichbar. Nach Angaben vor Ort war das Gebäude vor einigen Jahren umfangreich renoviert worden. Dabei wurden spezielle Photovoltaikmodule installiert, die nicht auf herkömmlichen Dachpfannen montiert sind, sondern diese vollständig ersetzen. Die Anlage soll eine Leistung von bis zu 39 Kilovolt (kV) besitzen.

Feuerwehrmann erhält Stromschlag

Technisches Gerät und sogar die Höhenrettung mussten zur Brandbekämpfung aus der Höhe eingesetzt werden. Foto: EickhoffGerade diese Konstruktion erschwerte die Löscharbeiten erheblich. Bei der Demontage der weiterhin stromführenden Dachplatten erlitt ein Feuerwehrmann einen Stromschlag. Der Verletzte wurde vorsorglich in ein Krankenhaus transportiert, konnte dieses nach ambulanter Behandlung jedoch wieder verlassen. Zur weiteren Unterstützung wurden Spezialisten der Höhenrettung hinzugezogen. Mithilfe der Drehleiter bewegten sie sich auf dem Dach und entfernten in mühsamer Handarbeit zahlreiche Solarmodule, um an die versteckten Brandstellen gelangen zu können.

Nachlöscharbeiten ziehen sich

Doch auch zweieinhalb Stunden nach Alarmierung flammten im Bereich des Dachfirsts immer wieder Glutnester auf. Diese konnten zwar jeweils schnell gelöscht werden, machten jedoch deutlich, dass sich der Brand bereits großflächig unter der Dachhaut ausgebreitet hatte. Am frühen Abend ließ die Einsatzleitung zusätzlich das Deutsche Rote Kreuz aus Verl alarmieren, das die Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken und Verpflegung übernahm. Zu diesem Zeitpunkt war weiterhin unklar, wie lange die Nachlöscharbeiten noch andauern würden. Während des laufenden Großeinsatzes stellte der Löschzug Gütersloh den sogenannten Grundschutz im Stadtgebiet sicher, um bei weiteren Notfällen schnell eingreifen zu können.

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