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Rot-Weiß Erfurt hat sich schon mal in Derbystimmung gebracht. Die Thüringer gewannen am Samstagnachmittag im Steigerwaldstadion gegen Hertha 03 Zehlendorf vor 5658 Fans mit 5:2 (2:1). Es war der achte Heimsieg in der zu Ende gehenden Spielzeit. Nun steht nur noch das prestigereiche Duell mit Erzrivale Carl Zeiss Jena am nächsten Wochenende an. Besonders brisant: Nach dem 2:0 des FCC am Freitagabend in Halle kann Jena ausgerechnet gegen Erfurt noch Meister werden.

Eine Hiobsbotschaft für die Fans des FC Rot-Weiß Erfurt gab es direkt vor dem Anpfiff gegen die Berliner. Da gab der Verein bekannt, dass Angreifer Obed Ugondu (23) den Klub im Sommer verlassen werde.

Ugondu geht wohl in die 3. Liga

Das Arbeitspapier des Torjägers läuft Ende Juni aus. Er möchte künftig höherklassig spielen, soll Angebote aus der 3. Liga haben. „Natürlich hätten wir ihn gerne gehalten, aber wir respektieren seinen Wunsch, sich einer neuen Herausforderung zu stellen“, sagt Erfurts Trainer Fabian Gerber. Wohin es Ugondu zieht, ist noch unklar.

Foto: ostsport.bild.de

Seine Verabschiedung startete jedenfalls optimal. Schon nach drei Minuten gab es Elfmeter nach Foul an Erfurts Ayooluwa Adesida. Ugondu schnappte sich die Pille, versenkte sie eiskalt vom Punkt zum frühen 1:0 (3.). Nur zehn Minuten später trafen sich Ugondu und Zehlendorfs Keeper Alexios Dedidis an derselben Stelle. Wieder gab es Elfmeter, diesmal senste Dedidis den auf ihn zustürmenden Raphael Mensah um, sah dafür Gelb – und war chancenlos gegen den zweiten Strafstoß von Ugondu, 2:0 (13.).

Zwei Elfmeter bringen Erfurt nach vorn

Danach schlief die Partie ein. Rot-Weiß ruhte sich auf seiner Führung aus, Absteiger Zehlendorf war nicht in der Lage, konstruktiv nach vorn zu spielen. Der Sommerkick wurde erst kurz vor dem Pausenpfiff unterbrochen, als Berlins Ron Wachs nach Kopfballvorlage plötzlich frei vor RWE-Keeper Lorenz Otto auftauchte und auf 1:2 verkürzte (45.).

Gefeiertes Gonda-Comeback nach einem Jahr

Nach der Pause schraubte RWE das Resultat ordentlich in die Höhe. Stanislav Fehlers Flanke fand den Kopf von Lucas Falcao, der mit viel Wucht das 3:1 erzielte (68.). Und nur vier Minuten später wurde es besonders laut. Der nach einem Jahr Verletzungspause erstmals wieder eingewechselte Hinata Gonda gab den Ball butterweich ins Zentrum auf den ebenfalls frisch genesenen Romario Hajrulla – 4:1 (72.). Vier weitere Minuten später war es Falcaos nächster Kopfball, der den Weg ins Tor fand, 5:1 (76.). Hertha Zehlendorf brach nun völlig auseinander, hatte Glück, dass Erfurt mehr als einen Gang zurückschaltete und das Ergebnis nur noch verwaltete. Das 2:5 aus Sicht der Berliner durch Nicolas Hebisch nach einer Ecke in der Schlussminute war nicht mehr als Kosmetik.