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Moskau/Berlin – Will Putin seinen Krieg jetzt plötzlich beenden? Der russische Überfall auf die Ukraine neigt sich dem Kreml-Herrscher zufolge dem Ende zu. Dabei brachte der Despot am Samstag in Moskau zudem den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) als möglichen Vermittler für Gespräche zwischen Russland und der EU ins Gespräch.

„Ich glaube, dass die Angelegenheit sich dem Ende zuneigt“, sagte Putin vor Reportern mit Blick auf den Ukraine-Krieg. Russlands Armee erlitt zuletzt wiederholt militärische Rückschläge an der Front. Fraglich ist dennoch, wie ernst Putin seinen Satz von einem baldigen Ende des Krieges meint. Fakt ist: Er könnte den Krieg jederzeit sofort beenden. „Er muss es nicht nur denken, er muss es auch tun“, schrieb auch Deutschlands Botschafter in Russland, Alexander Graf Lambsdorff, in einer ersten Reaktion auf X.

In der Vergangenheit waren amerikanische Vermittlungsbemühungen auch an Putins fehlender Kompromissbereitschaft gescheitert. Der Diktator behauptete am Samstag dennoch: „Wenn jemand helfen möchte, sind wir dafür dankbar.“

Obwohl sich die USA bisher um Vermittlung bemüht hatten, könne er sich von europäischer Seite Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder als Vermittler vorstellen, sagte Putin. „Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen.“ Schröder und Putin gelten als enge Freunde, der Altkanzler

Der Russen-Diktator erklärte zudem, der slowakische Ministerpräsident Robert Fico (61) habe ihm gesagt, dass Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) zu einem persönlichen Treffen bereit sei. Man könne sich in einem Drittland treffen, sagte Putin. Voraussetzung sei aber, dass es vorher eine belastbare Friedensvereinbarung gebe – was auch immer das heißt.

In der Podcast-Folge „RONZHEIMER“ vom Samstag spricht CNN-Korrespondent Fred Pleitgen (49) u.a. über die Stimmung in Putins Umfeld während der Militärparade in Moskau. Er schildert einen ungewöhnlich nervösen Kreml, massive Sicherheitsvorkehrungen und den Eindruck, dass Russland deutlich angespannter wirkt als früher.

Protz-Parade plötzlich geschrumpft: Hat Putin Angst vor einem ukrainischen Anschlag?Parade am 9. Mai plötzlich geschrumpft: Hat Putin Angst vor einem ukrainischen Anschlag?

Quelle: BILD08.05.2026

EU bereitet sich offenbar auf Gespräche vor

Der Kreml hatte jüngst erklärt, es sei Sache der europäischen Regierungen, den ersten Schritt zu tun, da sie es gewesen seien, die 2022 nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine den Kontakt zu Moskau abgebrochen hatten.

Die „Financial Times“ hatte am Donnerstag berichtet, dass sich die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union auf mögliche Gespräche vorbereiten würden.

Ob sich die EU auf einen Vermittler Gerhard Schröder einigen könnte und ob Putins Vorgehen mit Schröder abgestimmt ist, blieb zunächst offen. In Deutschland stand Schröder wegen seiner Nähe zu Putin und zu russischen Konzernen wiederholt und scharf in der Kritik. Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler in einer Koalition von SPD und Grünen. Anschließend arbeitete er unter anderem für russische Energiefirmen und hielt gute Kontakte zu Putin. Vor allem nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar 2022 sorgte dies in der deutschen Politik für Unverständnis. In der Partei gab es mehrere Anträge auf einen Parteiausschluss. Der heute 82-Jährige konnte aber letztlich in der SPD bleiben.