Das Team des VfB Stuttgart hat beim Sieg gegen Bayer Leverkusen überzeugt. Foto: Baumann/Hansi Britsch
Der VfB Stuttgart hat zuletzt Zweifel aufkommen lassen an der Eignung für die Königsklasse. Beim Sieg gegen Bayer Leverkusen hat er sie wieder ausgeräumt, kommentiert Dirk Preiß.
Der Sportvorstand war zu Scherzen aufgelegt. Der Trainer überschüttete manchen Spieler geradezu mit Lob. Und die Profis des VfB Stuttgart durften ihre fast durchweg starken Leistungen erklären. Die Zufriedenheit war seh-, hör- und greifbar am Samstagabend in der MHP-Arena in Stuttgart. Und das völlig zu Recht.
Das Team, das zuletzt ein wenig Zweifel hat aufkommen lassen ob der Eignung an der Qualifikation für die Champions League hat diese im Spitzenspiel gegen Bayer Leverkusen (3:1) ziemlich eindrucksvoll beiseite gewischt. Es stimmte so ziemlich alles beim Auftritt gegen den direkten Konkurrenten um Platz vier, der in der kommenden Saison für die Teilnahme an der Königsklasse berechtigt.
Die Herangehensweise war mutig, aber stimmig. Die Energie der Spieler groß. Ebenso wie ihre Disziplin bei der Umsetzung des taktischen Plans – trotz des frühen Rückstands, der das VfB-Team auch direkt hätte auf die Verliererstraße führen können. Dazu zeigten einzelne Spieler noch einmal eine deutliche Leistungssteigerung zu den vergangenen Wochen. Etwa der Stürmer Ermedin Demirovic und der Abwehrchef Jeff Chabot.
So hat sich der VfB in beeindruckender Manier wieder in die Pole Position im Rennen um Rang vier der Bundesligatabelle gebracht. Punktgleich mit der TSG Hoffenheim, aber fünf Tore besser als die Kraichgauer. Und nun drei Punkte (und ein Tor) vor Bayer Leverkusen. Der VfB hat es sich selbst angerichtet. Darf zwei Fehler nun aber nicht machen.
Es wäre fatal nun zu glauben, der Einzug in die Champions League wäre nach dem Sieg über die Werkself ausgemachte Sache. Eintracht Frankfurt hat in den vergangenen Wochen zwar so gut wie nie überzeugt, der Kader der Hessen verfügt aber nach wie vor über Qualität. Und: Auch, wenn die Fans am Samstag schon von den Lederhosen sangen, die man den Bayern ausziehen wolle, sei gewarnt: Jetzt schon an das Pokalfinale in zwei Wochen zu denken, lenkt nur ab vom wirtschaftlich viel wichtigen Spiel am kommenden Samstag in Frankfurt.
Der volle Fokus, dieselbe Leidenschaft wie gegen Bayer, ein erneut guter Plan und absolute Leistungsbereitschaft sind nötig bei der Eintracht. Dann spielt sich das Pokalfinale eine Woche danach umso leichter.