In asiatischen und afrikanischen Ländern ist die Treibstoffknappheit bereits akut – der Verkauf wird rationiert. Air France KLM wurde nach vorliegenden Informationen gebeten, keine zusätzlichen Flüge nach Singapur und Tokio anzumelden, um Kerosin zu sparen. Der Preis für Flugbenzin in Europa hat sich im Vergleich zum Jahresanfang zeitweise mehr als verdoppelt.
Analysten von Argus Media halten es für unwahrscheinlich, dass Europa die Ausfälle bei der Kerosinversorgung aus dem Persischen Golf durch höhere heimische Produktion und mehr Importe aus den USA vollständig ausgleichen kann. Sie prognostizieren, dass Kerosin in Europa voraussichtlich im Juni knapp werden wird.
EU stark von Importen abhängig
Die EU-Länder importierten 2025 rund 10,3 Millionen Tonnen Kerosin aus dem Persischen Golf – mehr als die Hälfte aller Kerosinimporte. Das deckte etwa ein Fünftel des gesamten EU-Bedarfs ab. Deutsche Raffinerien können ihre Kerosinproduktion durch Reduzierung anderer Kraftstoffproduktion steigern, allerdings nur in begrenztem Umfang aus technischen Gründen.
Christian Küchen, Chef des Branchenverbands Fuels and Energy, erklärte: Selbst wenn die Straße von Hormuz bald wieder geöffnet werde, dauere es viele Monate, bis sich die Versorgung normalisiere. Raffinerien in der Kriegsregion seien beschädigt worden, was die Rückkehr zur Normalität zusätzlich erschwere.
Iran droht mit dauerhafter Schließung
Die globalen Ölvorräte sind seit Ausbruch des Nahost-Konflikts massiv eingebrochen. Morgan Stanley schätzt, dass die weltweiten Ölbestände zwischen dem 1. März und dem 25. April um fast 270 Millionen Barrel gesunken sind. Zahlreiche Öltanker stecken rund um die blockierte Straße von Hormuz fest.
Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik im iranischen Parlament, warnte Golfstaaten vor einer diplomatischen Annäherung an Washington. Eine entsprechende Annäherung werde «ernsthafte Konsequenzen» haben. Er drohte: «Die Straße von Hormuz ist eine lebenswichtige Lebensader. Riskiert nicht, sie für euch selbst auf ewig zu schließen.»
Die US-Notenbank Fed bezeichnet den Krieg mit Iran und den daraus resultierenden Ölpreisschock in ihrem aktuellen Halbjahresbericht als größte Bedrohung für die Finanzstabilität. Drei Viertel der Befragten nennen geopolitische Risiken als Hauptsorge, 70 Prozent verweisen auf den durch den Krieg ausgelösten Ölpreisschock.
Airline-Manager warnen vor Pleiten
Airline-Manager haben gewarnt, dass einige Fluggesellschaften noch in diesem Jahr Konkurs anmelden könnten, wenn sie gezwungen werden, Flüge wegen Treibstoffproblemen zu streichen oder Urlauber ihre Reisepläne aufgeben. Michael O’Leary, Chef von Ryanair, warnte bereits im vergangenen Monat, er erwarte «zwei oder drei europäische Airlines im Oktober oder November pleitegehen» zu sehen, falls die Kerosinpreise nicht sinken.
Ralph Beisel, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV), erklärte gegenüber der Welt am Sonntag: «Es ist zu befürchten, dass weitere Flüge gestrichen werden, vor allem bei Billigflieggesellschaften und weniger bedeutenden Touristenzielen.» Im besten Fall bedeute dies 2026 Stagnation bei der Passagierentwicklung. Im schlimmsten Fall könnte die Kapazität an einigen Flughäfen um zehn Prozent sinken – hochgerechnet auf alle Flughäfen wären 20 Millionen Passagiere betroffen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.