Als Schiedsrichter Robert Schröder das Spiel in der Stuttgarter Arena abpfiff und damit den verdienten 3:1 (2:1)-Sieg des VfB gegen Bayer Leverkusen amtlich machte, fiel der Jubel auf den Rängen noch ein bisschen lauter aus als sonst. Die VfB-Fans hatten einen überzeugenden Auftritt gesehen, durch den die Schwaben den Einzug in die Champions League nächste Woche in eigener Hand haben.
Auch der Torschütze zum 3:1, Deniz Undav, war nach dem Spiel bester Laune. „Wir haben die Kontrolle gehabt“, resümierte der Stürmer im SWR-Interview. In der Tat war der VfB gegen den direkten Konkurrenten um die Königsklasse, Bayer 04 Leverkusen, die meiste Zeit überlegen. Zwar führten die Gäste schon nach 34 Sekunden durch ein Tor von Aleix Garcia, der von einem Patzer des VfB Verteidigers Ramon Hendriks profitierte. In der sechsten Spielminute glichen die Schwaben aber durch Ermedin Demirovic aus. Maximilian Mittelstädt (45. +7) per Elfmeter und Undav (58.) veredelten den Stuttgarter Nachmittag mit drei Punkten.
Undav begründet „Commander“-Jubel nach Tor zum 3:1
Undav stellte vor allem das starke Auftreten seiner Mannschaft nach dem Wiederanpfiff heraus. „Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, aber wir wussten, es geht noch besser.“ Nach der Pause hätte der VfB dann „noch mehr gezeigt“. Das Tor zum 3:1, mit dem Undav die Partie entschied, feierte der Stürmer mit einem ungewöhnlichem Jubel. Sturm-Partner Demirovic und Spielmacher Angelo Stiller stellten sich vor Undav auf und salutierten, der Torschütze schien mit erhobenem Zeigefinger Befehle zu vermitteln.
„Ich werde hier als Commander abgestempelt“, begründete Undav den Jubel nach dem Spiel lachend im Interview. In den sozialen Medien wurde in den letzten Wochen vor allem Weltstar Kylian Mbappé von Real Madrid ein eher militärischer Führungsstil für seine Mannschaft nachgesagt. Daran angelehnt sei der Jubel entstanden, sagte Undav.
Hoeneß mit Sonderlob für Elfmeterschützen Mittelstädt
VfB-Coach Sebastian Hoeneß zeigte sich im Interview nach dem Spiel erwartungsgemäß hochzufrieden mit der Leistung seines Teams. „Das macht uns stolz, das war das, was wir uns vorgenommen haben“, blickte Hoeneß auf das Spiel zurück. Der Trainer lobte den hohen Einsatz und den Kampf seiner Mannschaft: „Das ist das, was wir besprochen haben, auch nach dem Hoffenheim-Spiel, dass das jetzt die Spiele sind, wo es darum geht, einfach alles auf dem Platz zu lassen.“
Ein Extra-Lob erhielt unter anderem Elfmeter-Torschütze Maximilian Mittelstädt. Der VfB-Verteidiger lupfte den Strafstoß zum 2:1 kurz vor der Pause eiskalt ins Leverkusener Tor. „Da kann man einfach nur den Hut ziehen. Das war stark“, sagte Hoeneß anerkennend. „Er hat sich da viel erarbeitet und kann jetzt auf viele Scorer zurückblicken in dieser Saison.“
VfB hat Champions League in der eigenen Hand
Durch die drei Punkte im Top-Spiel gegen Leverkusen kann der VfB Stuttgart mit einem Sieg bei Eintracht Frankfurt am letzten Spieltag den Einzug in die Champions League perfekt machen (16.5., 15:30 Uhr, live im Audiostream auf Sportschau.de). Die Schwaben stehen auf dem vierten Rang – punktgleich mit der TSG Hoffenheim, aber mit dem besseren Torverhältnis. „Do-or-Die-Spiel, 90 Minuten in Frankfurt alles geben und versuchen den Champions-League-Platz sicher zu machen“, gab Undav das Motto für die Partie vor. Dem VfB steht also ein echtes Endspiel um die UEFA Champions League bevor.
Der vorletzte Spieltag der Bundesliga-Saison ist am Sonntag (21:45 Uhr) Thema bei SWR Sport:
Stuttgart, Freiburg, Hoffenheim, Mainz, Heidenheim

SWR Sport | 10. Mai ab 21:45 Uhr
SWR Sport mit Tobias Willi
Abstieg, Champions-League, Freiburgs Europa-Reise: Der 33. Spieltag der Bundesliga hat es in sich. SWR Sport hat einiges zu besprechen mit Tobias Willi, dem ehemaligen Verteidiger des Sport-Club.