Nach Teilnahme in MoskauFico fordert Neuanfang der EU mit Russland
Fico zu Gast im Kreml. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)TeilenFolgen auf:
Bei der Siegesparade in Moskau ist der slowakische Premier der einzige geladene Gast aus der EU. Auf dem Heimweg erklärt Fico, wie er sich Europas Beziehungen zu Moskau künftig vorstellt: Als normal und freundschaftlich, Erdöllieferungen inbegriffen.
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat seine Teilnahme am Weltkriegsgedenken in Moskau verteidigt und zur neuerlichen Zusammenarbeit Europas mit Russland aufgerufen. „Ich lehne einen neuen eisernen Vorhang zwischen der EU und Russland ab“, sagte der Linksnationalist in einem Facebook-Video auf dem Rückflug aus Moskau nach Bratislava. Er und seine Regierung hätten „Interesse an normalen freundschaftlichen und gegenseitig vorteilhaften Beziehungen“ zur Großmacht Russland ebenso wie zu allen anderen Ländern, die daran interessiert seien.
Die Absicht der EU, sich vollkommen von russischen Energielieferungen loszulösen, betrachte er als rein „ideologisch“ und zudem „schädlich für die europäische Konkurrenzfähigkeit“. Es sei ein Fehler, „aus Hass gegen Russland eine Energie-Abhängigkeit durch eine andere zu ersetzen, diesmal eine amerikanische, die noch dazu weitaus teurer ist“.
Die Slowakei ist noch immer weitgehend von russischen Öllieferungen abhängig. Die von Fico geführte Regierung macht die Ukraine für ihre wirtschaftlichen Probleme mitverantwortlich, weil sie zum Jahresbeginn 2025 die Durchleitung von russischem Gas über ihr Territorium stoppte. Als ab Ende Januar 2026 auch kein russisches Öl mehr über die Ukraine floss, rief die Regierung in Bratislava einen „Erdöl-Notstand“ aus.
Einziger Gast aus der EU in Moskau
Fico war der einzige Gast aus der Europäischen Union, der am Tag des Weltkriegsgedenkens im Kreml empfangen wurde. Der russische Präsident Wladimir Putin sicherte ihm zu, dass Russland alles tun werde, um den Energiebedarf der Slowakei zu erfüllen. Angesichts einer von US-Präsident Donald Trump vermittelten dreitägigen Waffenruhe hatte Putin seine Militärparade am Samstag störungsfrei durchziehen können. Die befürchteten Drohnenangriffe von ukrainischer Seite blieben aus. In seiner Rede vor Tausenden Soldaten und einigen internationalen Gästen zeigte sich Putin sicher, dass Russlands Armee den Angriffskrieg gegen die Ukraine gewinnen wird.
Russland feiert am 9. Mai traditionell den Tag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland. Wegen der gespannten Sicherheitslage – und möglicherweise auch wegen des kriegsbedingt reduzierten Arsenals – gab es diesmal nicht die übliche Waffenschau mit Panzern, Raketen und anderer Militärtechnik. Bisher ist auch im fünften Jahr der Invasion nicht erkennbar, wie Putin seine Kriegsziele in der Ukraine erreichen will. Die abgespeckte Militärparade gilt als Spiegelbild der Lage in seinem Krieg. Die russischen Truppen sind durch die Gegenwehr der vom Westen unterstützten Ukraine zunehmend unter Druck.