FCK. Der 1. FC Kaiserslautern kann doch noch gewinnen. Nach der jüngsten Negativserie mit drei Niederlagen in Folge gegen Kellerkinder der 2. Liga haben sich die Roten Teufel im letzten Heimspiel der Saison gegen Arminia Bielefeld am Riemen gerissen und mit einem verdienten 2:0-Sieg für einen sportlich erfolgreichen Abschluss auf dem Betze gesorgt.
Emotional war’s im mit 48.183 Zuschauern wieder einmal fast ausverkauften Fritz-Walter-Stadion sowohl vor als auch nach der Partie. Zuerst feierten die Fans zum 30-jährigen Jubiläum die zahlreich erschienenen Pokalsieger von 1996 gebührend. Danach hatten viele einen Kloß im Hals, als der FCK vor der Westkurve Luca Sirch, Florian Kleinhansl, Luca Sirch und vor allem die besonders beliebten Aufstiegshelden von 2022, Daniel Hanslik und Kenny Prince Redondo, verabschiedete. Da floss auf dem Platz und auf den Tribünen so manche Träne.
Einstellung passt zum stimmungsvollen Rahmen
Obendrein gab’s eine weitere eindrucksvolle Choreo der Fanszene, die im Laufe der Saison gleich mehrfach mit atemberaubenden Highlights Maßstäbe gesetzt hat. Gut 3.500 Anhänger der Arminen sorgten zudem für mächtig Betrieb auf den Rängen. Der stimmungsvolle Rahmen für das Spiel war also gesetzt. Und man hatte von Beginn an den Eindruck, dass das Team diesmal alles dafür tun wollte, kein Stimmungskiller zu sein und nicht mit Pfiffen vom Heimpublikum verabschiedet zu werden.
Einsatz, Moral und Leidenschaft stimmten von Beginn an, die Körpersprache der von Trainer Torsten Lieberknecht unter anderem mit Youngster David Schramm und Erik Wekesser auf einigen Positionen veränderten Mannschaft war eine andere als zuletzt. Schon in der 15. Minute stellte der emsige Kapitän Marlon Ritter durch einen verwandelten Strafstoß mit dem 1:0 die Weichen auf Sieg. Die Roten Teufel blieben am Drücker und erhöhten nach einem feinen Spielzug durch Simon Asta in der 29. Minute auf 2:0.
Warmer Applaus statt Pfiffe
Eigentlich war damit bereits die Vorentscheidung gefallen. Die Ostwestfalen mühten sich zwar redlich, blieben aber vor und auch nach der Pause letztlich zu harmlos, um den FCK noch einmal ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Für ein um den Klassenerhalt kämpfendes Team, das jeden Punkt mehr als gut gebrauchen kann, war das einfach zu wenig, um Aussicht auf Erfolg zu haben.
In der zweiten Halbzeit plätscherte das Spiel ohne große Highlights vor sich hin. Die Hausherren verwalteten die Führung seriös und ließen in der Defensive nicht sonderlich viel zu. Es war beileibe kein Spiel für Feinschmecker, aber immerhin sahen die Fans endlich mal wieder die zuletzt schmerzlich vermissten Betze-Tugenden. Das reichte, um diesmal nicht mit Pfiffen, sondern mit warmem Applaus vom Heimpublikum verabschiedet zu werden.
Letzter Aufgalopp in Magdeburg
Der letzte Vorhang der Spielzeit 2025/26 fällt für den FCK am Sonntag, 17. Mai, 15.30 Uhr, beim FC Magdeburg. Dort gab’s in den vergangenen Jahren zumeist Abreibungen für die Pfälzer. Bleibt zu hoffen, dass sich das Team auch auswärts noch einmal so straffen kann und sich zum Ausklang nicht wie so oft in der Fremde desolat präsentiert. Denn ein weiteres Mal förmlich abzuschenken und dem abstiegsbedrohten FCM willfährig drei lebenswichtige Punkte zu bescheren, würde am Ende einer ohnehin schon alles andere als ruhig und konstant verlaufenen Saison noch einmal Öl ins Feuer gießen. rav