Ausflug im Frühling

Die ganz eigene Idylle des „Venedigs der Niederlande“

Aktualisiert am 10.05.2026 – 05:17 UhrLesedauer: 3 Min.

Das "Venedig der Niederlande" besticht durch malerische Kulissen (Archivbild): Rund eine Million Touristen besuchen das niederländische Dorf jedes Jahr.Vergrößern des Bildes

Das „Venedig der Niederlande“ besticht durch malerische Kulissen (Archivbild): Rund eine Million Touristen besuchen das niederländische Dorf jedes Jahr. (Quelle: miradrozdowski/imago)

Das autofreie Kanaldorf der Niederlande liegt nur 3–4 Stunden von Aachen entfernt – perfekt für einen Ausflug im Frühling.

Wer im Frühling von Aachen aus einen romantischen Kurztrip plant, muss weder ein Flugticket für mehrere Hundert Euro kaufen noch mehr als zwölf Stunden Fahrtzeit einkalkulieren. Malerische Kanäle, kleine Holzboote und verwunschene Wasserwege warten ganz in der Nähe – in den Niederlanden, wo der Frühling besonders schön aufblüht. Bis nach Giethoorn sind es von Aachen aus gerade einmal drei bis vier Stunden.

Das Dorf Giethoorn liegt in der niederländischen Provinz Overijssel, zählt etwa 2.800 Einwohner und funktioniert vollständig ohne motorisierten Straßenverkehr – ähnlich wie das berühmte Venedig in Italien. Autos gibt es hier schlicht nicht, Motorenlärm ist kaum zu hören. Stattdessen bestimmen ruhige Kanäle, sage und schreibe 176 Brücken und das Zwitschern der Vögel das Bild des kleinen Ortes. Statt einer Piazza San Marco oder eines Canal Grande erwartet Besucher eine ganz eigene, unaufgeregte Idylle.

Für die Erkundung des Dorfes stehen mehrere Möglichkeiten offen: Wer das Tempo drosseln möchte, gleitet mit dem Boot gemächlich durch die Kanäle, während rechts und links strohgedeckte Häuser vorbeiziehen. Wer lieber auf eigenen Beinen oder per Fahrrad unterwegs ist, nimmt den Binnenpadweg – einen Wander- und Radweg, der mitten durch Giethoorn führt.

Die Einwohner des Dorfes leben in typisch holländischen Häusern, mit Stroh gedeckt. Dabei handelt es sich um Bauernhäuser, die im 18. und 19. Jahrhundert errichtet wurden. Wer die Nacht in Giethoorn verbringen möchte, kann das zum Beispiel im „Hotel Giethoorn“ oder im „Hotel de Harmonie“ tun. Außerdem gibt es mehrere Campingplätze, Wohnmobilstellplätze, Airbnb-Unterkünfte und sogar eine Herberge.

Wer Giethoorns Wasserstraßen entdecken möchte, braucht ein Boot. Je nach Personenanzahl, Dauer und Ausstattung variieren die Mietpreise zwischen 39,50 Euro und 150 Euro. Aber es ist auch möglich, Giethoorn beim Stand-up-Paddling zu entdecken. Radfahren und Wandern sind weitere beliebte Aktivitäten in dem kleinen Touristenort.

Das Dorf entstand vor rund 800 Jahren durch die Torfsuche. Von Hand haben die Einheimischen damals nach Torf gegraben und erschufen dabei ein komplettes Kanalsystem. Durch den Aushub wurden Inseln geschaffen, die später miteinander verbunden wurden, und auf denen dann die typischen Häuser errichtet wurden.