Das Hessische Ministerium für Wirtschaft und Verkehr hat die Ergebnisse seiner Prüfung eines neuen Betriebskonzepts für den Frankfurter Flughafen vorgestellt. Dieses wurde von der Deutschen Flugsicherung (DFS) und dem Flughafenbetreiber Fraport für ein Szenario mit rund 560.000 Flugbewegungen im Jahr 2033 entwickelt.
Das Konzept baut auf bestehenden Flugverfahren auf. Der Großteil der Abflüge soll weiterhin über die Startbahn West erfolgen. Ergänzend sollen die Nordwest-Abflugrouten und die Südumfliegung je nach Verkehrsaufkommen im Wechsel genutzt werden. Ziel ist eine gerechtere Verteilung der Lärmbelastung und die Schaffung gezielter Ruhephasen für betroffene Regionen.
Die Prüfung des Landes kommt zu dem Ergebnis, dass das neue Konzept unter Lärm-Aspekten gleichwertig zum bisherigen Planungsrahmen ist. Die Gesamtzahl der von Lärm betroffenen Menschen steige nicht. Allerdings kommt es zu Verschiebungen: Während Orte wie Nauheim und Rüsselsheim spürbar entlastet werden, müssen sich Anwohner in Flörsheim und Eddersheim auf mehr Lärm einstellen.
Keine zusätzliche Belastung für Mainz und Wiesbaden
Für die Städte Wiesbaden und Mainz soll es laut Ministerium keine relevante zusätzliche Belastung geben. Eine Einbeziehung in den Lärmschutzbereich sei nicht vorgesehen. Das aktuell geltende Betriebskonzept bleibt zudem bis mindestens 2028 maßgeblich.
„Wir haben das neue Betriebskonzept sehr genau geprüft. Klar ist: Wir brauchen verbindlichen Lärmschutz für die Menschen in der Region“, so der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Kaweh Mansoori. Deshalb habe man ein zusätzliches, freiwilliges Lärmschutzpaket vereinbart, das über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehe.
Morgendliche Lärmpause und mehr Schallschutz
Dieses Paket sieht unter anderem erweiterte bauliche Schallschutzmaßnahmen vor, bei denen auch die Inflation ausgeglichen wird. Außerdem gibt es ein zusätzliches Förderprogramm für besonders betroffene Gebiete nördlich des Mains und stärkere Anreize für den Einsatz leiserer Flugzeuge.
Ein zentraler Punkt ist die Einführung einer morgendlichen Lärmpause. Die Nichtnutzung der Nordwest-Abflugrouten soll bis 6 Uhr morgens verbindlich werden. Das Land Hessen kündigte an, die Umsetzung des Konzepts durch ein kontinuierliches Monitoring eng zu begleiten.