Einstieg ins Rafting-Abenteuer

Aber Wildwasser-Rafting? Das ist doch etwas anderes. Das Wasser rauscht laut, wir wirken klein im betonierten Kanal, auch wenn es natürlich nicht die Niagara-Fälle oder der Colorado River sind. Dank Neoprenanzug und blauem Helm fühle ich mich zumindest sicher vorbereitet.

Ich sitze also vorne im Schlauchboot, meine Beine unter dem Sitz verkeilt und höre auf die Kommandos vom Guide: „Vorwärts“ – das heißt kräftig paddeln, „rückwärts“ – das heißt das Paddel von hinten nach vorne bewegen, bei „Achtung“ muss das Paddel hoch und bei „Pause“ darf man es vor einem ablegen.

Kommandos, Technik und gute Vorbereitung

Im Kanal dann gibt es allerdings nur ein Kommando und das heißt: „Vorwärts“. Ich senke das Paddel möglichst tief ins Wasser. Mit der ersten Abfahrt und dem ersten Schwall, der ins Boot schwappt und mich unterhalb der Taille komplett nass macht, weicht meine Angst langsam der Konzentration. Die Abfahrt dauert nur wenige Minuten, verlangt aber wirklich Körperspannung: gleichzeitig paddeln, ausbalancieren und die von allen Seiten kommenden Wellen beobachten.

Adrenalin im Wildwasserkanal: So fühlt sich die Abfahrt an

Besonders an den Abhängen, wo das Wasser ineinanderstürzt, wird es ziemlich ernst. Beim letzten Gefälle vor der finalen Kurve wäre ich fast nach vorne gekippt, doch ich kann mich im letzten Moment halten.

Ab der Stelle wird mir dann wirklich bewusst: Ich komme echt ohne Umkippen und komplett vollgeschwappt zu werden hier durch. Am Ende bleibe ich nur bis zur Taille nass und bin stolz auf den Ritt durch die Strömung – auch wenn ich weiß, dass allen voran mein Guide hinter mir dafür gesorgt hat, dass wir nicht mit den Bollern im Wasser kollidieren und dadurch kentern.

Rafting für alle wieder ab Himmelfahrt

Nicht nur ich könne solch ein Erlebnis haben, betont der Koordinator für den Freizeitsport im Kanupark Markkleeberg, Julius Hartmann, ab 14. Mai starte der reguläre Rafting- und Surfbetrieb wieder: „Da kann man sich einfach ein Ticket buchen und dann gibt es einen erfahrenen Guide, der da hinten drinsitzt und das Boot steuert. Man muss natürlich schon selber paddeln und ein bisschen sportlich sein. Aber im Prinzip können das alle machen, die schwimmen können.“

Am Wochenende dürfen aus Sicherheitsgründen nur erfahrene Paddler in die Wildwasserkanäle, können dann aber von den Festivalgästen beobachtet werden.

Highlight: Deutsche Meisterschaft im Wildwasser-SUP

Ein weiteres Highlight des Paddelfestivals sei auch in diesem Jahr die Deutsche Meisterschaft im Wildwasser-SUP, die der Deutsche Kanuverband ausrichtet. „Für die, die mitgemacht haben war das, glaube ich, eine tolle Veranstaltung und wir erhoffen uns auch dieses Jahr da wieder großen Zuspruch und spannende Wettkämpfe“, so Hartmann. Und tatsächlich fahren bei dieser Meisterschaft Sportlerstehend auf einem speziellen Board den Wildwasserkanal hinrunter.

Was es mit den Rollen auf sich hat

Auch sogenannte Rollenwettbewerbe stehen auf dem Programm. Dabei geht es allerdings nicht um Boote auf Rädern. „Das ist auf jeden Fall eine schöne Assoziation“, sagt Mitorganisator Hartman schmunzelnd. „Im Optimalfall sitzt man ja im Boot. Manchmal kippt man aber auch um, gerade im Wildwasser. Und dann gibt es ganz viele Techniken, wie man quasi, ohne aus dem Boot auszusteigen, sich wieder hochrollen kann.“

Da komme der Begriff Kenterrolle her und es gebe beim Festival einen Wettbewerb, wer in einer Minute am Stück die meisten Kenterrollen schafft, so Hartmann weiter.

Wer unterstützt das Festival?
Das 12. XXL-Paddelfestival findet vom 8. bis 10. Mai 2026 im Kanupark Markkleeberg bei Leipzig statt und wird gemeinsam mit dem Deutschen Kanuverband organisiert, unterstützt vom Sächsischen Kanuverband. Zahlreiche Partner tragen zum Gelingen der Veranstaltung bei, darunter der benachbarte Campingplatz, der Flächen zur Verfügung stellt, sowie verschiedene Vereine, die Workshops und Mitmachangebote gestalten. Auch rund 20 Aussteller – von regional bis international – beraten vor Ort und stellen Material zum Testen bereit.

Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr auch auf Inklusion: So ist unter anderem ein Wildwasserverein beteiligt, der entsprechende Projekte und Angebote für ein barrierearmes Paddelerlebnis präsentiert.