Demonstranten mit unter anderem dem Schild „Wir verlieren unser Leben, ohne zu sterben“ haben sich vor dem Rathaus in Berlin hingelegt (Archivfoto). Foto: Soeren Stache/dpa
Auf dem Stuttgarter Marktplatz machten Menschen am Samstag mit einer besonderen Protestform auf sich aufmerksam. Am Boden liegend warben sie für mehr Sichtbarkeit einer Erkrankung.
Wer am Samstag in der Stuttgarter Innenstadt unterwegs war, dürfte angesichts des Geschehens auf dem Marktplatz gestaunt haben. Zahlreiche Menschen hatten sich dort nämlich auf den Boden gelegt. Manche von ihnen hielten Schilder hoch. Mit der sogenannten „Liegenddemo“ wollten sie auf die Erkrankung ME/CFS aufmerksam machen.
Die Aktion fand im Rahmen des bundesweiten ME/CFS-Awareness-Day statt. Sie wurde von der Initiative #LiegendDemo organisiert. Die Demonstrierenden wollten vor allem sichtbar machen, was für viele Betroffene Alltag ist: extreme körperliche Erschöpfung und eine Belastungsintoleranz, die selbst einfache Tätigkeiten unmöglich machen kann. Viele Erkrankte verlassen ihre Wohnung oder ihr Bett kaum.
ME/CFS kann unter anderem nach Virusinfektionen auftreten
Der Protest verlief ruhig – und erregte gerade deshalb Aufmerksamkeit. Zwischen Einkaufstüten, Cafés und Trubel lagen die Teilnehmenden der Demo regungslos da.
ME/CFS kann unter anderem nach Virusinfektionen auftreten und rückte zuletzt im Zusammenhang mit Long Covid stärker in den Fokus. Betroffene kritisieren seit Jahren die fehlende Forschung und die mangelnde medizinische Versorgung.