Auf der Plattform Indymedia ist ein Schreiben aufgetaucht, das als Aufruf zu weiteren Anschlägen auf das Stromnetz in Berlin verstanden werden kann. Darin wird auf Durchsuchungen Ende März Bezug genommen, die im Nachgang zum Anschlag auf das Stromnetz in Berlin-Adlershof stattfanden.
Die Urheber des Schreibens bekunden im Text vor allem ihre Solidarität mit denjenigen, deren Wohnungen Ende März durchsucht worden waren. In der Überschrift heißt es „Cut the power so we can see the stars“ („Schaltet den Strom ab, damit wir die Sterne sehen können“). Am Ende des Schreibens ist auf einem Bild Pu der Bär zu sehen, der samt Honigfass durch einen Wald radelt und ein Transparent mit der Aufschrift „Sa-bo-tage“ hinter sich her zieht.
Der Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamtes stuft das Schreiben laut RBB als authentisch ein und prüft es.
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Nach dem Anschlag im September 2025 waren rund 50.000 Haushalte und rund 2000 Gewerbebetriebe in Berlin-Adlershof ohne Strom. Ende März waren Wohnungen und andere Objekte in Mitte, Neukölln, Treptow-Köpenick, Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow sowie je eine Wohnung in Düsseldorf und Kyritz in Brandenburg sowie zwei Wohnungen in Hamburg durchsucht worden.
Ein halbes Jahr nach einem Brandanschlag auf die Stromversorgung des Berliner Technologieparks Adlershof hat die Polizei eine Razzia gegen Verdächtige gestartet – unter anderem im Buchladen Kalabalik in der Reichenberger Straße.
© dpa/Soeren Stache
Zuvor hatte die Polizei vier Verdächtige ermittelt. Polizei und Staatsanwaltschaft teilten damals mit, dass bei der Durchsuchung Beweismittel beschlagnahmt worden seien, darunter Handys, Laptops, Unterlagen und diverse weitere elektronische Geräte.
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Zum Anschlag selbst gab es ein Bekennerschreiben, in dem von einem Angriff auf den „militärisch-industriellen Komplex“ im Technologiepark Adlershof die Rede war. Auch dieses Bekennerschreiben hielt die Polizei für echt. (cl)