Mit Lukas Maaßen steht erstmals seit Jahrzehnten ein Willicher an der Spitze des SPD-Kreisverbandes Viersen. Beim Kreisparteitag im Dülkener Bürgerhaus erhielt der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Willich 86 Ja-Stimmen bei acht Gegenstimmen und zwei Enthaltungen von Delegierten aus allen neun Ortsvereinen der SPD im Kreis Viersen.

Der SPD-Kreisparteitag stand diesmal ganz im Zeichen eines personellen Neuanfangs. Nach dem Tod des langjährigen Kreisparteichefs und früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Udo Schiefner aus Kempen war die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin für die Kreispartei nicht einfach. Mit dem 35 Jahre alten Kommunikationsexperten Lukas Maaßen warf nur ein Parteimitglied im Vorfeld des Kreisparteitages seinen Hut in den Ring. So war der gebürtige Willicher, der im Hauptberuf den Fachdienst Kommunikation bei der Stadtverwaltung in Grevenbroich leitet, der einzige Bewerber um das politische Spitzenamt der Sozialdemokraten im Kreis Viersen.

Maaßen betonte bei seiner Bewerbungsrede den Teamgeist. Er setzt auf die Geschlossenheit des ebenfalls neu gewählten Kreisvorstandes. Mit Blick auf die im kommenden Jahr anstehende Landtagswahl in NRW erklärte er, es gelte nun, mit Entschlossenheit, Selbstvertrauen und Mut verloren gegangenes Vertrauen bei den Wählerinnen und Wählern im Kreis Viersen zurückzugewinnen. Aktuell gibt es kein Landtagsmitglied aus dem Kreis Viersen mit SPD-Parteibuch. Auch im Bundestag ist die SPD aus dem Kreis Viersen nach vielen Jahrzehnten derzeit nicht mehr vertreten.

Zu Stellvertretern des Kreisvorsitzenden wurden von den Delegierten Ebru Cornelißen (Ortsverein Viersen), Tanja Jansen (Nettetal), Marco Goertz (Niederkrüchten) und Silke Depta (Tönisvorst) gewählt. Neuer Schatzmeister der Kreispartei ist Michael Lambertz (Viersen), Schriftführer bleibt Benno Henschen (Tönisvorst). Außerdem wurden 13 Beisitzer für den Kreisvorstand gewählt: Dies sind Ina Anyanwu, Rüdiger Deike, Jörg Engeln, Tom Friedrich, Christian Gosselk, Stefan Kiwitz, Nadja Leenen, Nicole Lemkens, Philipp Lourenco, Mike Rose, Christoph Saßen, Achim von den Heuvel und Tobias Zachau.

Auch zwei Kandidatinnen für die beiden Landtagswahlkreise im Kreis Viersen wurden in Dülken gewählt: Für den Wahlkreis Viersen I – er umfasst Schwalmtal, Viersen und Willich – erhielt Ebru Cornelißen 51 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme von den 52 stimmberechtigten Delegierten. Die 45 Jahre alte gebürtige Münsteranerin mit türkischen Wurzeln lebt mit ihrer Familie seit Jahren in Dülken. Chancengleichheit und Bildung stehen bei ihr ganz oben auf der politischen To-do-Liste. Für den Wahlkreis Viersen II – er umfasst Brüggen, Grefrath, Kempen, Nettetal und Niederkrüchten – wurde Tanja Jansen von den 43 Delegierten mit 41 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung gewählt. Die 53 Jahre alte gebürtige Düsseldorf lebt seit ihrer Jugend in Nettetal. Jansen tritt bereits zum dritten Mal bei einer Landtagswahl für die SPD an. Bessere Bildung, Verbesserungen in der Altenpflege oder Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum sind wichtige Ziele, für die sich die ausgebildete Krankenschwester im Landtag einsetzen will. Tönisvorst gehört zum Landtagswahlkreis Krefeld I/Viersen.

Als Gast des Parteitags stimmte die Landesvorsitzende Sarah Philipp die Parteifreunde auf den bevorstehenden Landtagswahlkampf ein. Nordrhein-Westfalen brauche dringend einen politischen Kurswechsel, erklärte sie. Die Duisburgerin ging mit der schwarz-grünen Landesregierung hart ins Gericht: Sie bezeichnete diese als eine „Gruppe von Schaumschlägern“. Philipp ermunterte die SPD-Ortsvereine im Kreis Viersen: „Wir müssen wieder für mehr Gerechtigkeit in NRW sorgen“, sagte sie.