Griechenland blickt mit großer Sorge auf das derzeit milde Wetter über dem Mittelmeer, dessen gegenüberliegende Küste Libyen ist. Migrationsminister Thanos Plevris befürchtet, dass diese Wetterlage erneut viele Menschen dazu verleiten könnte, die gefährliche Überfahrt zu wagen.
Nach Angaben des griechischen Ministers warten aktuell etwa 550.000 Migranten und Flüchtlinge in Libyen auf eine Chance, nach Europa zu gelangen. Aus diesem Grund arbeitet Athen eng mit der EU-Grenzschutzagentur Frontex sowie den libyschen Behörden zusammen, um Schleusernetzwerke zu zerschlagen, Boote frühzeitig zu identifizieren und Abfahrten von der nordafrikanischen Küste zu verhindern.
Diese Warnung kommt angesichts neuer Ankünfte südlich von Kreta. Am vergangenen Sonntag rettete die griechische Küstenwache insgesamt 125 Migranten aus zwei Booten, die sich südlich der Mittelmeerinsel befanden, wie der staatliche Rundfunk berichtete.
Das griechische Wetteramt meldete derzeit ruhige Bedingungen zwischen Libyen und Kreta mit leichten Winden. Die Küstenwache geht davon aus, dass weitere Boote von Libyen in Richtung Kreta ausgelaufen sind.
Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR verzeichnete im vergangenen Jahr rund 42.000 Migranten, die über das Meer griechische Inseln und somit die Europäische Union erreichten – ein Rückgang von 20 Prozent gegenüber 2024. Im östlichen Mittelmeer starben 2025 laut UNHCR 107 Menschen auf der Flucht.
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