Im Marvel-Filmuniversum wurde ein Aspekt rund um Spider-Man verändert. Einer der Verantwortlichen verrät euch, warum diese Entscheidung getroffen wurde.

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Als Tom Holland vor zehn Jahren in „The First Avenger: Civil War“ erstmals als Spider-Man im Marvel Cinematic Universe (MCU) auftauchte, schien für viele Fans alles perfekt. Peter Parker war wieder ein Highschool-Schüler, lebte in einer Welt voller Superhelden und verkörperte genau das Verantwortungsbewusstsein, das die Figur seit jeher auszeichnet. Doch schon kurz nach seinem Debüt begann eine Debatte, die bis heute anhält.

Denn eine der wichtigsten Säulen von Spider-Mans Ursprungsgeschichte fehlt im MCU fast vollständig: Onkel Ben. Dessen Tod, der Peter Parker traditionell antreibt, seine Kräfte zum Wohl anderer einzusetzen, wird in „Civil War“ nur angedeutet und anschließend nicht weiter thematisiert. In den darauffolgenden MCU-Filmen rückte stattdessen Tante May (Marisa Tomei) stärker in den Mittelpunkt. Für viele Fans ein Bruch mit dem Kern der Figur.

Am Marvel-Set geht es nicht immer todesernst zu. Dass manche Momente in die Hose gehen oder Leute auch mal für einen Spaß zu haben sind, zeigt euch folgendes Video:

MARVEL-OuttakesEine bewusste Entscheidung

Schließlich hat Joe Russo, einer der Regisseure von „Civil War“, erklärt, warum diese Entscheidung bewusst getroffen wurde. In einem Interview mit CBR blickte er auf die Einführung von Spider-Man im MCU zurück und machte deutlich, dass es ihm weniger um eine klassische Nacherzählung der bekannten Origin ging als um den emotionalen Ton der Figur.

Entscheidend sei für ihn immer die Idee eines jungen Menschen gewesen, der mit großer Verantwortung umgehen müsse. Dieses Gefühl lasse sich jedoch auch anders erzählen:

„Spider-Man war einer meiner Lieblingscharaktere, wenn nicht mein Lieblingscharakter. Und ich glaube, man kann diese Verantwortung auch durch einen zufälligen Tod und durch den Druck und den Verlust im eigenen Leben ausdrücken, ohne den Geist zu verlieren, den wir vermitteln wollten.“

Noch deutlicher wurde der Regisseur, als es um Onkel Ben selbst ging. Gemeinsam mit seinem Bruder Anthony habe er sich bewusst gegen eine besonders düstere Auslegung entschieden. Ihrer Ansicht nach hätte ein stark schuldbeladener Peter Parker nicht zu ihrer Version der Figur gepasst. Russo sagte dazu:

„Was Tom Holland als Schauspieler ausmacht: Wenn Peter sich für den Tod von Onkel Ben verantwortlich fühlen würde, wäre er eine ganz andere Figur. In unseren Köpfen war er also nicht für Onkel Bens Tod verantwortlich. Das wäre eine andere Interpretation gewesen. Eine intensivere Interpretation der Figur.“

Genau diese Aussage sorgt unter Spider-Man-Fans für Diskussionen. Seit Jahrzehnten gilt das Schuldgefühl als zentrales Element der Figur, als emotioneller Motor hinter dem berühmten Leitsatz großer Macht und großer Verantwortung. Dass das MCU diesen Aspekt bewusst zurückfährt, empfinden viele als Abschwächung dessen, was Spider-Man ausmacht.

Gleichzeitig zeigt sich in späteren Filmen, dass Peter Parker im MCU dennoch nicht vor Leid geschützt ist. Spätestens mit „Spider-Man: No Way Home“ wird klar, dass Marvel Studios bereit ist, die Figur auch härteren Prüfungen auszusetzen. Ob das fehlende Gewicht von Onkel Bens Tod im Gesamtbild weiterhin eine Lücke bleibt, darüber gehen die Meinungen auseinander.