In Düsseldorf ist die bundesweit größte und europaweit drittgrößte japanische Community beheimatet. Damit ist die NRW-Landeshauptstadt unbestritten auch ein Zentrum japanischer Lebensart und Kultur. Grund genug für Bandai, eines der führenden japanischen Unternehmen in der Unterhaltungs- und Spielzeugbranche, Düsseldorf als Pilotprojekt für die Entwicklung des deutschen, ja europäischen Marktes auszuwählen. „Wir haben in London schon einen Pop-up-Store gehabt, aber das Geschäft in Düsseldorf ist europaweit der erste permanente Shop, den wir selbst betreiben“, erläutert Bandai-Präsident Koji Iwata.

Der Manager hatte extra wegen der Eröffnung des Ladenlokals in der Königstraße den langen Weg aus Japan angetreten. „In Asien sind unserer Produkte schon sehr populär. Jetzt wollen wir auch in den USA und in Europa expandieren.“ Düsseldorf sei auch wegen der japanischen Gemeinschaft und des Interesses an japanischer Kultur, wie etwa der Japan-Tag und die Dokomi zeigten, als Teststandort ausgewählt worden. Wenn es in der Königsstraße liefe, könne man auch in andere Städte expandieren.

Dass die von Bandai hergestellten Modellbausätze zum Science-Fiction-Universum Gundam, in dem humanoid aussehende Roboter die Spitze der technologischen und kämpferischen Welt darstellen, auch in Düsseldorf über eine große Fan-Base verfügen, war gleich am Eröffnungstag festzustellen. Bereits bevor der Laden seine Türen öffnete, hatte sich eine 50 Meter lange Schlange gebildet – und die sollte auch bis weit in den Nachmittag hinein nicht kürzer werden. „Wir hatten schon darauf gehofft, dass es voll wird, aber mit so einem Andrang haben wir nicht gerechnet“, so Iwata. Deswegen wurden aus dem Lager in Oberkassel viele weitere der Bausätze herangekarrt.

Die Kasse klingelte ordentlich. „Wir haben richtig gut zu tun“, bestätigte eine der Kassiererinnen. „Die Leute sind auch extra aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich und aus Schleswig-Holstein angereist.“ Mischa, der mit zwei randvollen, großen Tüten das Geschäft verließ, ist unverkennbar Fan des Gundam-Universums. „Mir gefällt vor allem die Detailverliebtheit der Figuren“, erläuterte der Mann aus Wuppertal. „Als ich gehört habe, dass es einen Gundam-Store geben wird, war mir sofort klar, dass ich zur Eröffnung in Düsseldorf bin.“ Er weiß gar nicht genau, wie viele der Figuren bereits in seinem Heim stehen. Demnächst sind es jedenfalls ein paar mehr.

Die Detailtreue und auch Funktionalität der Modelle hat Gründe. „Die Bausätze sind von Ingenieuren entwickelt. Alles muss passen, alles muss funktionstüchtig sein“, verrät Collectible Sales Manager Deutschland Pierre Mouaya. „Bei uns muss auch nichts geleimt, geklebt oder geschraubt werden. Alles passt so zusammen und hält auch.“