Xiaomi treibt den Einstieg in Europa voran und plant eigene Batteriefertigung. Die Aktie bleibt trotz operativer Fortschritte deutlich unter ihrem Jahreshoch.

Starke Nachfrage, schwacher Kurs — bei Xiaomi klaffen operative Dynamik und Börsenstimmung weit auseinander. Das Unternehmen bereitet seinen Einstieg in den europäischen Automarkt vor, gründet eine Batterie-Tochtergesellschaft und stellt die Führungsriege um. Die Aktie notiert dennoch rund 49 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Neue Köpfe, neue Märkte

Den Anfang macht ein Führungswechsel mit Signalwirkung: Xiaomi EV ernannte Yu Liguo zum Leiter der neu geschaffenen Overseas Business Preparation Group — mit direkter Berichtslinie an CEO Lei Jun und Präsident William Lu. Diese duale Struktur soll sicherstellen, dass das Auslandsgeschäft Ressourcen und Entscheidungseffizienz direkt auf Konzernebene erhält. Parallel übernimmt der frühere Tesla-Fabrikmanager Song Gang die Verantwortung für Produktion und Fertigung.

Der strategische Fahrplan ist konkret: Für die zweite Hälfte 2027 plant Xiaomi den Markteintritt in Europa — beginnend mit Deutschland. Im ersten Halbjahr 2028 sollen Rechtslenker-Märkte wie Großbritannien, Japan und Australien folgen. Ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in München ist bereits aktiv, besetzt mit rund 50 Ingenieuren und Designern aus dem Umfeld von BMW, Porsche und Mercedes-Benz.

Batterien selbst herstellen

Weniger öffentlichkeitswirksam, aber strategisch kaum weniger bedeutsam: Xiaomi gründete laut chinesischen Handelsregistereinträgen die Gesellschaft Xiaomi Jingxu Technology Co., Ltd. mit dem Geschäftsgegenstand Batterieherstellung und -verkauf. Eine offizielle Bestätigung für eine vollumfängliche Eigenproduktion steht aus — der Schritt deutet jedoch auf eine tiefere Einbindung in die Lieferkette hin.

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Der wirtschaftliche Hintergrund ist klar. Antriebsbatterien machen 35 bis 45 Prozent der Gesamtkosten eines Elektrofahrzeugs aus. Bislang bezieht Xiaomi seine Zellen von BYD Fudi und CATL.

Lieferziel unter Druck

Von Januar bis April 2026 lieferte Xiaomi geschätzte 109.000 Fahrzeuge aus — rund 20 Prozent des Jahresziels von 550.000 Einheiten. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste das Unternehmen von Mai bis Dezember monatlich etwa 55.000 Einheiten ausliefern. Der bisherige Monatsrekord liegt bei 50.000 Einheiten, aufgestellt im Dezember 2025.

Die Aktie schloss am Freitag bei 3,43 Euro — ein Plus von 1,74 Prozent auf Tagesbasis, aber ein Minus von fast 24 Prozent seit Jahresbeginn. Das laufende Aktienrückkaufprogramm hat bis Ende April bereits Papiere im Wert von 7,4 Milliarden Hongkong-Dollar zurückgekauft — mehr als im gesamten Vorjahr.

Am 26. Mai tagt der Vorstand, um die Quartalsergebnisse für das erste Quartal 2026 zu prüfen. Diese Zahlen werden erstmals zeigen, wie sich die EV-Stärke gegen eine schwächelnde Smartphone-Sparte behauptet — und ob das operative Momentum den Kursrückstand rechtfertigt oder widerlegt.

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