War es das mit den Uerdinger Aufstiegshoffnungen? Der KFC hat im Kampf um die Regionalliga West nachlegen müssen, nachdem Ratingen 04/19 schon am Freitagabend gewonnen hatte. Doch bei der Spielvereinigung Schonnebeck taten sich die Uerdinger schwer, nach eigener Führung hieß es am Ende 6:1 (2:1) für Schonnebeck – und der Rückstand auf die Spitze beträgt drei Spieltage vor Schluss nun wieder vier Punkte.

Gäste-Trainer Julian Stöhr vertraute den gleichen elf Spielern, die am vergangenen Wochenende auch beim 3:1-gegen Dingden gestartet waren. Jesse Sierck, der nach seiner langen Rotsperre wieder eingreifen darf, saß wieder auf der Bank. Die Anfangsphase war von beiden Seiten hektisch und nervös geführt, hüben wie drüben gab es einfache Ballverluste zu verzeichnen, richtiger Spielfluss kam kaum zustande.

Der KFC versuchte die Schonnebecker, für die es in dieser Saison um nichts mehr geht, früh zu attackieren. Insbesondere Stürmer Etienne-Noel Reck eroberte so in den ersten Minuten mehrere Bälle, aus denen sein Klub allerdings kein Kapital schlagen konnte. Die erste gute Chance hatte Yasin-Cemal Kaya nach knapp zehn Minuten, als er über die linke Seite in den Strafraum eindrang. Lukas Lingk im Tor der Hausherren ließ nach vorne abprallen, doch Alexander Lipinski kam einen Schritt zu spät, um abstauben zu können.

Tolba lässt die KFC-Fans jubeln

Lipinski war es wenige Minuten später, der den Führungstreffer des KFC einleitete. Mit einer geschickten Körpertäuschung bei der Ballannahme verschaffte er sich Platz gegenüber den Verteidigern und legte im richtigen Moment quer. Dort ließ Reck durch für den heraneilenden Adam Tolba, der seine gute Form der vergangenen Wochen bestätigte und den Ball in die Maschen drosch (19.). Die Uerdinger Freude erhielt nur ein paar Minuten später aber einen Dämpfer, als der Unparteiische einen Handelfmeter für Schonnebeck pfiff – was auch auf der Tribüne den ein oder anderen verwunderte. Niko Bosnjak ließ Jonas Holzum per Panenka keine Chance (25.). Drei Minuten später gab es die nächste kalte Dusche für Uerdingen, Kevin Kehrmann stieg nach einer Flanke am höchsten und köpfte zum 2:1 ein.

Damit war dem KFC der sprichwörtliche Stecker gezogen. Die Offensivbemühungen kamen zunächst nicht mehr über die Ansätze hinaus, auf der anderen Seite hätte es auch noch ärgerlicher laufen können, wenn Jonas Holzum nicht zur Stelle gewesen wäre. Beide Teams haderten zudem mit dem Schiedsrichter, der eine äußerst kleinliche Linie fuhr und auf beiden Seiten schon früh einige gelbe Karten verteilte. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hatte Schonnebeck erneut die Chance zum 3:1, Anthony Oscasindas vertändelte leichtfertig den Ball im Mittelfeld, der Essener schoss aus der Distanz über den aufgerückten Keeper Holzum hinweg, aber auch knapp am Tor vorbei.

Uerdingen macht Druck, Schonnebeck das Tor

Die Uerdinger kamen nach der Pause druckvoll zurück, wollten von Anfang an zeigen, dass sie nach wie vor daran glauben, das Spiel zu drehen. Die erste große Chance dazu hatte Lipinski, der im Fünfer an den Ball kam, ihn aber nicht an Keeper Lingk vorbeidrücken konnte (51.). Nach einer gespielten Stunde lag der Ball dann erneut im Tor, allerdings aus Uerdinger Sicht im falschen. Cedric Zajkowski tankte sich durch die KFC-Defensive und schob den Ball an Holzum vorbei. Das 3:1 verleitete das Schonnebecker Publikum zu „Ihr habt bezahlt, ihr könnt jetzt gehen“-Rufen in Richtung Gästeblock.

Noch war allerdings eine halbe Stunde zu spielen, Julian Stöhr wechselte vierfach, um dem Spiel eine erneute Wende zu geben. Für You, Kaya, Tolba und Dimitrijevski kamen Kalonji, Benslaiman Benktib, Tomson und Noguchi. Die nächste gute Chance hatten allerdings wieder die Hausherren. Holzum musste bei dem Distanzschuss sein ganzes Können zeigen, und lenkte ihn schlussendlich zur Ecke (69.).

Den Gästen gelang es in der Schlussphase nicht, richtigen Druck zu erzeugen, sodass das Spiel ein wenig dahinplätscherte. Keiner der eingewechselten Offensivkräfte konnte dem Spiel die nötigen Impulse geben, stattdessen traf Schonnebeck zum vierten Mal nach einem Konter (88.). In der Nachspielzeit musste Holzum, der von seiner Defensive oft alleine gelassen wurde, dann sogar noch ein fünftes und sechstes Mal hinter sich greifen – das Debakel war perfekt.