Inhalt / Kritik
Eigentlich wollten Clara Lang (Ursula Strauss) und ihr Freund David Tanner (Felix Eitner) eine schöne Zeit haben, als sie gemeinsam zu einer Bergtour aufbrechen. Doch das ist vorbei, als sie hoch oben die Leiche eines Mannes entdecken. Wer dieser ist und wie er gestorben ist, wissen sie nicht. Für David, der eine Lokalzeitung leitet, ist das jedoch ein gefundenes Fressen und er macht sich gleich auf die Suche nach Antworten – sehr zum Missfallen des Bürgermeisters, der um den Ruf als Touristenort besorgt ist. Einen Tag später macht sich der Journalist noch einmal auf den Weg zum Fundort und wird später ebenfalls tot gefunden. Für Clara bricht eine Welt zusammen, zumal sie nicht an einen Zufall glaubt. Da die Polizei nicht groß ermitteln will, liegt es an Clara und Davids Vater Jan (Robert Atzorn), die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen …
Generischer Fernsehthriller
Fernsehkrimis und -thriller Made in Germany gibt es bekanntlich zuhauf, da vergeht eigentlich kein Tag, an dem nicht irgendeiner ausgestrahlt wird – und sei es als Wiederholung. Aber auch bei unserem südlichen Nachbarn Österreich werden fleißig Titel produziert. Neben dem Wiener Tatort Team, diversen Coproduktionen wie Die Toten vom Bodensee und Alpentod – Ein Bergland-Krimi und der fortlaufenden Reihe Landkrimi werden auch immer mal wieder Einzeltitel gedreht. Ein solcher ist Tod in den Bergen. Der Thriller wurde hierzulande 2013 das erste Mal im ZDF ausgestrahlt, wird seither immer mal wieder gezeigt. Und das aus gutem Grund, da die einzelnen Bestandteile sehr zeitlos sind und mehr als ein Jahrzehnt später nicht weniger aktuell sind.
So beginnt der Film wie so viele in diesem Segment damit, dass eine Leiche gefunden wird. Im Anschluss gilt es herauszufinden, wer denn für diesen Tod verantwortlich ist. Anfangs steht zwar gar nicht fest, dass es ein Mord ist. Aber natürlich muss da irgendwas nicht mit rechten Dingen vorgegangen sein, das weiß das Publikum. Sonst gäbe es den Film ja nicht. Auch sonst hält sich Tod in den Bergen an die Erwartungen, wenn der in ein Wespennest stechende Journalist kurze Zeit später selbst tot ist. Das passiert in solchen Fällen gern mal, damit die Zuschauer und Zuschauerinnen wissen, dass das alles richtig groß und gefährlich ist. Auch sonst spart man hier nicht unbedingt an Klischees, wozu auch die etwas eintönigen Feindbilder gehören, die mit der Zeit offensichtlich werden. Das ist alles schon recht generisch.
Idylle trifft Abgrund
Gleichzeitig sollte man keine hohen Erwartungen an die Glaubwürdigkeit haben. Manches davon ist vom Prinzip her natürlich schon denkbar. Dass in Unternehmen manchmal gemauschelt wird und das eine oder andere vertuscht wird, damit niemand davon mitbekommt, das ist schon verständlich. Die Wahrheit kann durchaus lästig sein, vor allem, wenn dies mit finanziellen Einbußen verbunden ist. Bei Tod in den Bergen wird das aber alles ziemlich überzogen. Hinzu kommen die diversen Verwicklungen bei den Figuren sowie die Zufälle, wie man sie gern in Drehbücher einbaut, um sich nichts einfallen lassen zu müssen. Es ist also nicht so, dass das hier wirklich aus dem Rahmen fällt. Ärgern darf man sich trotzdem, dass dem Publikum keine bessere Geschichte vorgesetzt wird.
Auf der Plusseite steht die Optik. Wie so oft, wenn Krimis in den Bergen spielen, darf man sich auf ansprechende Aufnahmen freuen. Da liegen dann Idylle und Abgrund nah beieinander, als Kombination geht das immer. Hauptdarstellerin Ursula Strauss (Altweibersommer) überzeugt ebenfalls in der Rolle der trauernden Partnerin, die alles auf sich nimmt, um der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Für manche wird das reichen, gerade wenn sie eine Vorliebe für Verschwörungselemente haben. Letzten Endes ist Tod in den Bergen aber nur ein mittelprächtiger Genrebeitrag geworden, der zwar nach wie vor seinen Zweck erfüllt – aber eben nicht mehr als das.
Credits
OT: „Tod in den Bergen“
Land: Österreich
Jahr: 2013
Regie: Nils Willbrandt
Drehbuch: Wolfgang Brandstetter, Maja Brandstetter
Musik: Jürgen Ecke
Kamera: Michael Schreitel
Besetzung: Ursula Strauss, Robert Atzorn, Fritz Karl, Felix Eitner, Wolfram Berger, Andreas Lust
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