Es ist geschafft und Borussia Mönchengladbach kann den Nimbus einer Fahrstuhlmannschaft zunächst zu den Akten legen. Nach dem vorigen Aufstieg in die Regionalliga folgten der direkte Wiederabstieg und dann der Wiederaufstieg. Jetzt können die Verantwortlichen nach dem 35:32 (21:12)-Erfolg am Samstagabend vor 400 Zuschauern im Lokalderby gegen den TV Korschenbroich für ein weiteres Jahr in der Regionalliga planen. Der Klassenerhalt ist den Borussen nicht mehr zu nehmen.

Dementsprechend groß war nach dem Schlusspfiff auch der Jubel der Mannschaft, die ausgelassen im Kreis tanzte und den Verbleib in der Liga feierte. Nach der Partie blieb das Team noch lange an der Sporthalle, wo der Verein einen Getränkewagen aufgebaut hatte, wo dann gemeinsam mit den Fans gefeiert wurde. Anschließend ging es noch in eine Borussia-Fankneipe.

Sportlich gesehen war zumindest der erste Spielabschnitt überraschend, denn das Kellerkind Borussia lag gegen das Spitzenteam TVK nach wenigen Minuten mit 5:0 in Front. Der TVK spielte keinesfalls schlecht, erarbeitete sich auch einige gute Möglichkeiten, wusste diese jedoch nicht zu nutzen. Das wurde dann auch prompt bestraft, denn mit schnellem Umschaltspiel nutzten die Gastgeber den Ballgewinn und kamen über Tempo zum Erfolg. So wohl vorne wie hinten lief es bei der Borussia wie am Schnürchen. „Das war schon eine wirklich phänomenale erste Hälfte. Dazu hatten wir mit unserem Torhüter Jonah Erkes heute meines Erachtens den besten Akteur auf unserer Seite“, freute sich Borussia-Trainer Ronny Rogawska.

Beim Pausenpfiff sah es nach einem entspannten Tag für alle Borussen aus, denn ein Neun-Tore-Vorsprung war schon eine deutliche Ansage. „Mir war aber auch klar, dass wir es kaum schaffen würden, zwei so starke Halbzeiten auf das Parkett zu zaubern, deshalb mussten wir zumindest unsere Konzentration hochhalten und uns nicht bereits feiern lassen“, warnte Rogawksa in der Pause. Deutliche Worte kamen dann auch von seinem Gegenüber. „Das war sicherlich unsere schwächste Halbzeit in dieser Saison“, ärgerte sich der Korschenbroicher Trainer Frank Berblinger. „Das habe ich in der Halbzeit auch ziemlich deutlich angesprochen. Nicht in der Form, dass ich die Jungs rund gemacht hätte. Aber wir haben nochmals alles besprochen und dann habe ich Courage, Kampf und Engagement gefordert, denn so durften wir keinesfalls weiter machen“, führte er aus.

Die Gäste aus Korschenbroich nahmen eine taktische Änderung vor und stellten auf 5:1-Deckungsformation um, was ihnen ein wenig mehr Sicherheit gab. Die Trefferquote wurde nicht viel besser, aber immerhin gelangen den Borussen nicht mehr so die sogenannten einfachen Toren. In der 38. Minute musste der TVK einen weiteren Nackenschlag einstecken, denn nach einer Rangelei mit einem Gegenspieler wurde Steffen Brinkhues mit einer Roten Karte vorzeitig unter die Dusche geschickt, während sein Kontrahent straffrei blieb. Dennoch gelang es dem TVK, nach und nach zu verkürzen, er kam 90 Sekunden vor dem Abpfiff noch auf drei Tore heran. Die verbleibende Zeit reichte aber nicht mehr zu einem Punktgewinn aus.

„Ich gönne Borussia den Klassenerhalt, aber den hätten sie auch nächste Woche klar machen können, ich hätte lieber unsere Serie weiter ausgebaut“, sagte ein frustrierter Berblinger nach dem Schlusspfiff. „Vor dem Spiel hatte ich der Mannschaft gesagt, dass sie bei einem Sieg nur eine Trainingseinheit in der nächsten Woche hätte, so müssen sie halt zwei Mal ran“, verriet er.

Freude pur herrschte dagegen bei den Mönchengladbachern.„Heute ist eine riesige Anspannung von uns abgefallen und wir freuen uns riesig, auch nächste Saison wieder das Derby spielen zu können. Nach dem Spiel habe ich dann mit Jordi Weisz und Thomas Prinz gesprochen und gesagt, sie sollen mich anrufen, was sie nächste Woche im Training machen möchten. Die Mannschaft hat sich eine freie Auswahl nach dem Klassenerhalt mehr als verdient“, sagte ein erleichterter Ronny Rogawska.

Die Torschützen von Borussia Mönchengladbach: Weis (9/5), Bremges (6), Weisz (6/2), Lipok (4), Berner, Roth (je 3), Erkes, Jennes, Nix und Markovic; des TV Korschenbroich: Zimmermann (11/2), Hartz (10), König (3/1), Franz, Bitzel (je 2), Krantzen, Eugler, Brinkhues und Büscher.