Die EU-Außenminister verhängen weitere Sanktionen gegen mehr als 20 russische Personen und Organisationen wegen der Deportation und Zwangsadoption ukrainischer Kinder. Die Strafmaßnahmen umfassen Vermögenseinfrierungen und EU-Einreiseverbote. Am Rande des Außenministertreffens in Brüssel findet zudem ein Treffen der internationalen Koalition zur Rückführung ukrainischer Kinder statt, an dem auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha teilnehmen soll.
Die Sanktionen richten sich gegen Verantwortliche für die systematische Verschleppung ukrainischer Kinder nach Russland. Betroffene Personen dürfen nicht mehr in die EU einreisen, ihre Vermögenswerte in der Union werden eingefroren.
Dramatisches Ausmaß der Deportationen
Die EU-Kommission schätzt, dass seit Beginn der russischen Großinvasion in die Ukraine 2022 rund 20.000 ukrainische Kinder zwangsweise nach Russland oder in besetzte Gebiete verschleppt wurden. Viele der deportierten Kinder wurden gezwungen, ihre Identität und Staatsbürgerschaft zu ändern und wurden zur Adoption freigegeben.
Trotz internationaler Bemühungen konnten bisher nur etwa 2.100 Kinder zurückgeführt werden. Die große Diskrepanz zwischen verschleppten und zurückgekehrten Kindern zeigt die Schwierigkeit der Rückführungsversuche.
Debatte über Israel-Sanktionen