Es war ein unterhaltsamer Nachmittag in Essen: Das A-Liga-Spiel zwischen dem DKSV Helene und dem SV Borbeck stand kurz vor einer Überraschung, aber in der Schlussphase konnte der Favorit aus Borbeck doch noch die Niederlage abwenden und machte aus einem 1:4-Rückstand ein 4:4-Remis.

Damit bewies der Gast eine tolle Moral, der Punkt dürfte im Aufstiegsrennen aber zu wenig sein. Der Rückstand auf den Spitzenreiter SC Türkiyemspor beträgt nun schon fünf Zähler. Dazu hat Al-Arz Libanon als Zweiter drei Punkte mehr auf dem Konto. „Wild, für Amateurfußball Weltklasse“, urteilte Borbecks Coach Kevin Betting nach dem spektakulären Spiel zu Recht. Und schob hinterher: „Für den Trainer war es nicht ganz so schön.“

Wildes Spektakel in Essen: Helene und Borbeck liefern sich Schlagabtausch

Das Spektakel begann bereits in der ersten Halbzeit, als Wahib Moussa, ein Junge aus der Jugend des MSV Duisburg, den Gastgeber früh in Führung schoss.. Für Borbeck verschoss Kapitän Dustin Hoffmann (19 Saisontore) dann einen Handelfmeter, ehe Lukas Fabijan zum Ausgleich traf. Nach einem Foul im eigenen Strafraum fluchte die Bank der Gäste: „Warum schlagen die den Ball nicht raus?“ Die Konsequenz: Elfmeter. Welat Er ließ sich diese Chance nicht entgehen und erzielte seinen 16. Treffer für Helene, der seit wenigen Jahren ein deutsch-kurdischer Verein ist, ein Zusammenschluss von TuS Helene mit dem SV Mesopotamia.

Durch gutes Offensivspiel baute Helene den Vorsprung auf 4:1 aus. Doch der SV Borbeck hatte sich noch nicht geschlagen gegeben. Zweimal Marvin Eisenmenger und Mahmoud Ibrahim setzten dieser verrückten Partie ihre Krone auf. Vor und nach dem 4:4 hatten beiden Teams noch glasklare Möglichkeiten, aber der Ball landete mehrfach krachend am Aluminium.

Obwohl seine Mannschaft eine 4:1-Führung verspielte, war Trainer Soufian Rami zufrieden.

Obwohl seine Mannschaft eine 4:1-Führung verspielte, war Trainer Soufian Rami zufrieden.
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Helene-Coach Soufian Rami konnte letztendlich – trotz 4:1-Führung – zufrieden mit dem Remis gegen den Aufstiegsaspiranten sein: „Für eine Mannschaft mit so geringer Trainingsbeteiligung ist das wirklich stark.“ Zum Team sagte er in der Schlussbesprechung auf dem Feld: „Ich bin top zufrieden mit euch.“

Positiv: Unter der ruhigen Leitung von David Monkam Tchava ereignete sich nicht eine unschöne Situation. Es war eine extrem faire Kreisliga-Partie. „Für ein A-Liga-Spiel unter diesen Voraussetzungen war es ein sehr ordentliches Spiel“, freute sich der Schiedsrichter.

Fußball in Essen: Aufstieg wird für starken Aufsteiger immer unrealistischer

Durch den Punktgewinn hat Helene den Klassenerhalt weiter in der eigenen Hand, muss aber noch zittern. Der Liga-Verbleib würde sicher auch Otto Rehhagel freuen. Die Trainerlegende lässt sich an der Bäuminghausstraße immer wieder mal sehen. Einmal im Monat treffen sich im Klubheim die alten Herren – 2026 war die 87-jährige Essener Fußballlegende schon mehrmals dabei.