Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt läutet eine neue Ära der internationalen Zusammenarbeit in Halle (Saale) ein. Mit personeller Verstärkung und einer klaren Ansage an die Versäumnisse der Vergangenheit will die Saalestadt ihre globalen Kontakte aus dem Dornröschenschlaf wachküssen.
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Lange Zeit wirkten die offiziellen Verbindungen Halles zu seinen Partnerstädten wie ein Pflichtprogramm, das eher nebenbei lief. Damit soll nun Schluss sein. Für Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt ist die Vernetzung auf europäischer und globaler Ebene kein nettes Beiwerk, sondern eine strategische Notwendigkeit.
Kritik an der Vergangenheit
In deutlichen Worten distanzierte sich Vogt im Rahmen des Europaempfangs von der Linie seines Vorgängers. Während das Thema internationale Beziehungen in den letzten Jahren eher stiefmütterlich behandelt wurde, rückt es nun direkt ins Zentrum der Stadtverwaltung.
„Im Gegensatz zu meinem OB-Vorgänger hatte der nicht die Priorität zu Europa und nicht Städtepartnerschaft – das sage ich hier auch ganz ehrlich“, so Vogt.
Besonders verwundert zeigte sich der Rathauschef darüber, dass Halle als eine der wenigen deutschen Großstädte zeitweise ohne speziellen Mitarbeiter für internationale Beziehungen dastand. Dieser Zustand wird nun korrigiert: Die Stadt wird im Bereich der Städtepartnerschaften personell aufstocken, um eine feste Anlaufstelle für die internationale Kooperation zu schaffen.
Lebendige Partnerschaften: Von Frankreich bis Finnland
Dass das Fundament für diese neue Offensive steht, zeigen die jüngsten Aktivitäten in den Partnerstädten. Die Zusammenarbeit ist bereits an vielen Stellen sicht- und spürbar:
Die Verbundenheit zu Grenoble in Frankreich besteht seit 50 Jahren. In Grenoble wurde kürzlich der Halle-Platz eingeweiht – ein starkes Symbol der Freundschaft. Auch kulturell rücken beide Städte enger zusammen: Das Kunstmuseum Moritzburg pflegt einen intensiven Austausch mit dem Museum Grenoble, was neue Perspektiven für die hallesche Kunstszene eröffnet.
Die innerdeutsche Partnerschaft zu Karlsruhe wird durch regelmäßige Arbeitsreisen und den Austausch auf Verwaltungsebene gestärkt, um voneinander zu lernen. So sond regelmäßig Auszubildende in der jeweils anderen Stadt. Auch gemeinsame Chorkonzerte gab es schon.
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Auch der hohe Norden steht im Fokus. Reisen nach Oulu dienen dazu, die Zusammenarbeit in Bereichen wie Technologie und Bildung weiter zu vertiefen. Halle bekam auch zwei Rentiere geschenkt.
Fokus auf die Breite der Gesellschaft
Vogt betonte zum Europarmpfang, dass Städtepartnerschaften nicht nur auf dem Papier existieren dürfen. Ziel der Umstrukturierung ist es, die Vernetzung direkt zu den Bürgern zu bringen. Insbesondere Schulen und Vereine sollen ermutigt und dabei unterstützt werden, eigene Projekte mit den Partnerstädten zu realisieren.
„Wir werden das jetzt ändern“, verspricht Vogt mit Blick auf die neue personelle Struktur. Halle möchte künftig nicht mehr nur auf der Landkarte stehen, sondern als aktiver, weltoffener Akteur in Europa wahrgenommen werden.
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