Der Namen Kyriakos ist in der Augsburger Gastronomie nicht unbekannt. Zumindest im Augsburger Stadtteil Lechhausen kennt man die Familie. Kostas Kyriakos war viele Jahre der Chef im „Kirchenwirt“, dessen Lokal jahrelang vor allem durch seine von vielen geschätzte griechische Küche ein Anlaufpunkt war. Schon damals hieß das Lokal in der Blücherstraße eigentlich Meteora, doch der ehemalige Kirchenwirt war so eingebürgert, das man ihn schwer aus den Köpfen bekam. Seit September 2020 hat die Gaststätte in der Neuburger Straße 45 einen neuen Standort. Der 71-jährige Kosta Kyriakos sitzt natürlich ebenfalls am Familientisch, aber das „neue Meteora“ führen seither seine beiden Söhne Zisis und Ioannis. Das Lokal ist jetzt nahe am Schlössle, also mitten drin im Stadtteil.
Von der Idee einer Weinbar hat man sich verabschiedet
„Der ehemalige Kirchenwirt war ein veraltetes Gebäude. Der Biergarten war mit 35 Plätze auch viel zu klein. Wirtschaftlich war das Lokal nach Corona nicht mehr rentabel“, erzählt Zisis Kyriakos. Die Räume in der Neuburger Straße sind mit dem Kirchenwirt nicht annähernd zu vergleichen. Über 450 Quadratmeter erstreckt sich das Meteora. 170 Gäste könnten bewirtet werden und vor dem Lokal im Freien ist für weitere 80 Besucher Platz. Im Innern des Lokals gab es zunächst noch die Idee, ein Cafe mit einer Weinbar zu integrieren. Doch das hat man wieder verworfen. „Nachdem gleich neben uns eine Bäckerei ist, haben wir dann davon Abstand genommen“, begründet Zisis Kyriakos die Entscheidung. 22 Angestellte oder Minijobber haben im Meteora einen Arbeitsplatz gefunden.

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Der Stadtplatz in Lechhausen ist neu gestaltet. Die Stadt Augsburg hat viel Geld investiert.
Foto: Peter Fastl
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Der Stadtplatz in Lechhausen ist neu gestaltet. Die Stadt Augsburg hat viel Geld investiert.
Foto: Peter Fastl
Der 43-jährige ist stolz auf das Lokal im Herzen von Lechhausen, aber er hat auch nicht vergessen, wie schwer es am Anfang war. Corona machte den Wirtsleuten gehörig zu schaffen. „Sieben Monate war ganz geschlossen. Wir haben alle Weihnachtsfeiern verloren. Die wären für den neuen Laden ganz wichtig gewesen“, sagt Zisis Kyriakos.

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Das ist die Inneneinrichtung im Gastraum Meteora, es kommen viele Stammgäste.
Foto: Peter Fastl
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Das ist die Inneneinrichtung im Gastraum Meteora, es kommen viele Stammgäste.
Foto: Peter Fastl
Als die Regierung mehr oder weniger Corona für beendet erklärte, begann schon bald der Krieg in der Ukraine. „Die Preise für Lebensmittel sind gestiegen. Die Inflation hat richtig reingeknallt. Die Strompreise haben sich verdoppelt und wir reden hier über fünfstellige Summen“, zählt der Gastronom einige der Probleme auf. „Dass wir aufgrund der Bauarbeiten vor dem Lokal keine Bestuhlung hatten, darüber will ich gar nicht erst reden.“ Die Stadt Augsburg hat den Stadtplatz für einen Millionenbetrag attraktiver gemacht. Ein Brunnen und Sitzbänke gehören zum Angebot.
Ein Trauerfall belastet die Familie Kyriakos
Das Schlimmste für die Familie war jedoch, das vor einem Jahr Kostas Kyriakos Frau Aphrodite überraschend im Alter von 61 Jahren verstorben ist. Auch für die beiden Söhne Zisis und Ioannis begann eine schwere Zeit. Zumindest in der neuen Umgebung haben sich die Griechen mittlerweile akklimatisiert. „Der Umzug hierher war die beste Entscheidung“, ist sich Zisis Kyriakos sicher. Das Lokal ist während der Woche in der Mittagszeit beim Ortstermin schon gut besucht. Wahrscheinlich auch deshalb, weil sich die Familie auf den Geschmack ihrer Gäste einrichten. Nicht nur die griechischen Spezialitäten sind im Angebot. „Viele unserer Besucher sind die deutsche Küche gewöhnt. Dem haben wir uns angepasst“, verrät Zisis Kyriakos.
So steht auch ein Schwabentopf, ein Rahm- und Jägerschnitzel, oder auch ein Goldbarschfilet auf der Speisekarte. „Ich würde sagen 20 Prozent der Leute wollen Fischgerichte, aber der Großteil besteht schon aus Fleischessern“, lacht Kyriakos. Außerdem verrät der Chef, dass seine Gäste zu 80 Prozent aus Stammkundschaft besteht. Viele kennen sie schon seit Jahren aus dem Kirchenwirt. „Wichtig ist auch, dass man immer korrekt auf die Leute zugeht und sich auch mit ihnen unterhält. Oder mal einen Ouzo ausgibt. Es kommen ja doch einige die alleine sind und sich gerne mal unterhalten“, so Zisis Kyriakos.
Dass es in Augsburg fast inflationär viele griechische Lokale gibt und damit eine große Konkurrenzsituation entsteht, nehmen Zisis und Ioannis sportlich: „Jeder macht sein Werk und die Leute gehen dahin, wo es ihnen am besten schmeckt. So soll es auch sein.“ Mindestens einmal im Jahr fahren die Brüder nach Griechenland. „Unsere Großeltern leben noch dort“, sagt Zisis Kyriakos. Bis auf seine griechischen Wurzeln ist er aber durch und durch ein Augsburger: „Ich habe auch das Glück gehabt, hier geboren zu sein.“
In Lechhausen gibt es seit einigen Monaten ein neues griechisches Lokal. Das Wirtshaus am Lech hat neue Betreiber. Bekannt ist zudem der griechische Wirt vom Sportheim des TSV Firnhaberau.