
Lok Leipzig hat sich beim Greifswalder FC zwar nicht mit Ruhm bekleckert, durch ein Unentschieden am vorletzten Spieltag aber wieder die Tabellenführung vom punktgleichen FC Carl Zeiss Jena übernommen. Am kommenden Samstag kann die Meisterschaft perfekt gemacht werden.
Dem Team von Trainer Jochen Seitz reichte dafür am Sonntag ein 1:1 in Greifswald, das den Klassenerhalt damit praktisch sicher hat. Lok wiederum geht mit einem Vier-Tore-Polster auf Carl Zeiss Jena ins Saisonfinale am kommenden Samstag (16. Mai, 14 Uhr, in der SpiO-Meisterkonferenz) und könnte sich mit einem Heimsieg gegen den 1. FC Magdeburg II die Meisterschaft und die damit verbundenen Aufstiegsspiele sichern – vorausgesetzt Jena holt die Tordifferenz im Thüringenderby gegen Rot-Weiß Erfurt nicht auf.
„Mit dem Unentschieden können wir leben“, sagte Seitz im Anschluss bei SPORT IM OSTEN. „Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Auftritt, weil die Mannschaft nach dem Rückstand gut reagiert hat.“ Greifswald war vor 1.863 Zuschauern bereits nach vier Minuten durch Tristan Wagner in Führung gegangen. Ayodele Adetula glich in der 64. Minute aus. „Wir wollten natürlich gewinnen. Den Punkt nehmen wir aber gerne mit und wollen jetzt das letzte Spiel gewinnen – Tabellenführung hin oder her“, sagte der Torschütze.
Greifswald schockt Lok ganz früh
Nach der unglücklichen Niederlage am vergangenen Wochenende gegen den BFC Preussen ging Lok mit den Startelf-Rückkehrern Tobias Dombrowa und Dorian Cevis zwar engagiert zu Werke, musste nach wenigen Minuten aber bereits den frühen Schock verdauen. Oliver Daedlow wurde auf der rechten Seite geschickt, die anschließende Flanke ins Zentrum verwertete Wagner gegen viel zu passive Leipziger aus kurzer Distanz. Die Gäste rissen das Spiel dann aber an sich. Arne Rühlemann verzeichnete nach 13 Minuten den ersten guten Abschluss, sieben Minuten darauf traf Malik McLemore per Kopf nur die Latte.
Greifswald war permanent in der Defensive beschäftigt. Die entscheidenden Zentimeter fehlten Lok aber – so auch nach einer halben Stunde, als der emsige Adetula seinen satten Flachschuss nur knapp am linken Pfosten vorbeisetzte. Von den Gastgebern kam nicht viel. Soufian Benyamina setzte mit seinem Abschluss in Rückenlage zwischenzeitlich zwar mal wieder ein offensives Lebenszeichen, die besseren Chancen hatte aber weiter Lok. Weil McLemore kurz vor der Halbzeit in Bedrängnis aber nur ans Außennetz traf, blieb es beim knappen Rückstand.
Lok Leipzigs Arne Rühlemann (r.) war in der ersten Halbzeit einer der Aktivposten gegen den Greifswalder FC.
Nichtangriffspakt nach verdientem Adetula-Ausgleich
Die Gäste waren auch nach der Pause das aktivere Team, kamen zunächst aber kaum zu Chancen, weil die zündenden Ideen fehlten. Auf der Gegenseite traf Benyamina mit seinem Drehschuss im Sechzehner nur den Außenpfosten (51.). Bei Lok fehlte das hohe Tempo der ersten Halbzeit, dennoch belohnte Adetula die Bemühungen in der 64. Minute mit dem verdienten Ausgleich: Nach einer schönen Einzelaktion traf der Offensivspieler mit gütiger Mithilfe von GFC-Keeper Jakub Jakubov ins kurze Eck.
Lok drückte in der Folge auf den Führungstreffer, der eingewechselte Luc Elsner vergab in der 70. Minute allerdings per Kopf. Das sollte es an Offensivaktionen dann aber auch gewesen sein. Je näher der Abpfiff rückte, desto mehr stellten beide Teams das Fußballspielen ein – denn das Ergebnis reichte Lok für die Tabellenführung und Greifswald für den Klassenerhalt. Auch Pfiffe von den Rängen änderten nichts mehr am lustlosen Gekicke.
jsc