Die Arbeiten im laufenden Betrieb sorgten im Frühjahr zunächst für Probleme, jetzt geht der Airport aber mit der neuen Technologie auf die Zielgerade. In dieser Woche werden mehr als die Hälfte der Geräte in Betrieb sein. Bis zu den Sommerferien können alle elf Spuren an den Start gehen. Dann werden die alten Geräte komplett aus dem Betrieb genommen.

Das bringt für Reisende große Vorteile mit sich. Denn bei den neuen Scannern ist es möglich, Getränkeflasche bis zu zwei Litern sowie auch elektronische Geräte wie Laptops im Handgepäck zu belassen. Das beschleunigt die Abfertigung erheblich. Bis zu 200 Kontrollen können mit den neuen Scannern pro Stunde durchgeführt werden. Das sind doppelt so viele wie bisher.

Eine Spur speziell für
Familien mit Kindern

Neu ist auch die sogenannte „Kids Lane“, die speziell für Familien mit Kindern konzipiert wurde. Dort gibt es kleine Podeste, mit deren Hilfe der Nachwuchs seine Sachen selbst in die Boxen legen kann. Insgesamt sind die Familienkontrollen auch farbenfreudiger gestaltet und sorgen dafür, dass die etwas langsameren Gruppen mit Kindern von den anderen Reisenden getrennt werden, was die Abfertigung weiter beschleunigen sollen. Insgesamt werden die beiden Terminals zum Beispiel mit Kinderspielgeräten und Fotostationen für den Nachwuchs attraktiver gestaltet. Dazu kommt die inzwischen abgeschlossene komplette Erneuerung der Gastronomielandschaft am Airport.

Durchgeführt werden die Sicherheitskontrollen inzwischen in Eigenregie des Flughafens, was sich im vergangenen Jahr auch auf die Umsatzzahlen ausgewirkt hat. So stieg der Umsatz 2025 um mehr als 80 Millionen auf 444,2 Millionen Euro. So konnte der Flughafen trotz der geplanten Tarifsteigerungen und der schwierigen Wettbewerbsbedingungen im deutschen Luftverkehr mit einem Überschuss von 13,5 Millionen Euro (Vorjahr 12,7 Millionen) abschließen und landete zum vierten Mal in Folge klar in der Gewinnzone. Zu den größten Herausforderungen gehören für den Airport aktuell die hohen Standortkosten in Deutschland und die aktuellen geopolitischen Konflikte und Krisen, wie Flughafen Chef Thilo Schmid betont.

Im Vorjahr wurden am zweitgrößten Airport in NRW 10,1 Millionen Reisende gezählt, das sind 100.000 mehr als im Vorjahr. Damit konnte man in Köln/Bonn zwar nicht die Vor-Corona-Zahlen erreichen, blieb aber stabil in der Zehn-Millionen-Zone. Insgesamt gehen die Zahlen bei den Geschäftsreisenden und den Inlandsflügen weiter zurück. So liegen München und Berlin bei den Passagierzahlen nur noch mit insgesamt rund 750.000 Reisenden in Köln auf den Plätzen fünf und neun.

Mehr gefragt sind dagegen Ziele im Ausland für Urlaubsreisen oder für den Besuch in der Heimat der Vorfahren. So ist Antalya (1,03 Millionen Passagiere) vor Palma de Mallorca (977.000 Fluggäste) und Istanbul (960.000 Passagiere) das Topziel am Kölner Flughafen. London folgt mit 650.000 Reisenden auf Platz vier.

Insgesamt werden von Köln/Bonn von 26 Fluggesellschaften 115 Ziele in 38 Ländern angeflogen. Mit Städten wie Bukarest, Rimini, Belgrad, Tel Aviv, Tiflis, London Gatwick, Skopje, Tuzla, Sivas, Diyarbakir, Trabzon und Podgorica kommen jetzt im Sommerflugplan zwölf neue Reiseziele hinzu. Bei den Fluggesellschaften hat Eurowings mit 3,5 Millionen Passagieren vor Ryanair (drei Millionen) die Nase vorne. Zurückgekehrt nach Köln/Bonn ist der Billigflieger Wizzair.

Zum zweiten wichtigen Standbein des Flughafens gehört der Frachtverkehr, wo Köln/Bonn seine Position als eines der wichtigsten Drehkreuze in Deutschland und Europa auch im Vorjahr bestätigen konnte. Mit rund 840.000 Tonnen Luftfracht lag das Aufkommen 2025 stabil auf Vorjahresniveau. Hier ist das Logistikunternehmen UPS vor Fedex und DHL der Marktführer am Airport.

Um den aktuellen Herausforderungen trotzen zu können, setzt man am Flughafen wie bei den Sicherheitskontrollen auf Investitionen. So wurden in den vergangenen vier Jahren rund 180 Millionen Euro in den Standort investiert, in den kommenden fünf Jahren sollen weitere Investitionen in Höhe von 400 Millionen Euro folgen.

Ein zentrales Thema ist hier die Nachhaltigkeit. So entsteht derzeit ein neues Parkhaus für Mitarbeitende mit 60 neuen elektrischen Ladesäulen. Voran schreitet laut Flughafen auch die Elektrifizierung der Vorfelder und der Ausbau der Ladeinfrastruktur auf dem luftseitigen Flughafengelände. Von den Investitionen in Höhe von 30 Millionen Euro werden zehn Millionen von der EU gefördert. Kurz vor dem Abschluss steht der Neubau eines Holzheizwerkes am Airport.