Es gibt Blockbuster und Blockbuster. Die einen hüllen sich in stylishe Bilder, haben am Ende jedoch nicht die Wucht, die es braucht, um einen wirklich in den Kinosessel oder die Couch zu pressen. Die anderen wirken auf den ersten Blick eher konventionell, geradezu altmodisch, erweisen sich jedoch als absolutes Brett.
Twisters fällt eindeutig in die zweite Kategorie. Kein Wunder: Modelliert wurde die lose Fortsetzung nach einem der größten Blockbuster der 1990er Jahre. Schon Twister wusste mit der Faszination für die Gefahren, die von einem Wirbelsturm ausgehen, das Publikum in den Bann zu ziehen. Twisters macht das packend nach.
Aktuell könnt ihr den Film bei Netflix im Streaming-Abo schauen.
Twisters bei Netflix: Ein Katastrophen-Kracher, der sich nicht für sein Blockbuster-Konzept schämt
Selbst wenn ihr das Original nicht gesehen habt, könnt ihr die Geschichte des neuen Films problemlos verstehen. Bezug auf die vorherigen Ereignisse wird kaum genommen. Stattdessen stellt uns Twisters eine neue Generation an Tornadojäger:innen vor, allen voran die unerschrockene und wissbegierige Kate (Daisy Edgar-Jones).
Wirbelstürme sind ihr Leben. Nach einem traumatisierenden Schicksalsschlag flüchtet sie trotzdem erst einmal in die Großstadt nach New York, um ihr Leben wieder auf Kurs zu bringen. Ohne Wind und Wetter fühlt sich dieses allerdings nicht komplett an, also kehrt sie zurück in ihre Heimat, Oklahoma, wo sich der Himmel bereits verdunkelt hat.
Auf den weiten Straßen und Feldern begegnet sie dem selbsternannten Tornado-Wrangler Tyler (Glen Powell), der seine Follower im Internet mit waghalsigen Aktionen begeistert. Ein verantwortungsloser Adrenalinjunkie, so Kates erster Gedanke. Doch dann kommen sich die beiden im Angesicht der zerstörerischen Naturgewalt näher.
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Sonntagabend-Blockbuster bei Netflix: Twister liefert jede Menge Action und zwei exzellente Stars
Ein waschechter Katastrophen-Blockbuster, der genau weiß, was seine Stärken sind: Twisters sucht keine Entschuldigung, um sich im wilden Trieben der Effekte zu verlieren, sondern schickt seine Figuren immer wieder mit Begeisterung ins Auge des Sturms. Das bekommen wir auf audiovisueller Ebene komplett zu spüren.
Regisseur Lee Isaac Chung, der eigentlich für den stillen, nachdenklichen und zutiefst berührenden Minari bekannt ist, weiß um den Reiz des tosenden Chaos und wirbelt pausenlos Schlamm und Matsch auf, wenn die Stürme durch verregnete Landstriche fegen. Eine mitreißende Actionszene folgt hier auf die andere.
Dass Twisters so gut funktioniert, liegt aber auch an seinen Stars: Daisy Edgar-Jones und Glen Powell spielen ihre konträren Rollen mit großer Freude. Auf der einen Seite steht die fokussierte Wissenschaftlerin, auf der anderen Seite der zügellose Cowboy. Eine klassische Hollywood-Kombi, die – gut besetzt – immer funktioniert.
Wer einen Oldschool-Blockbuster für den Samstagabend bei Netflix sucht, wird mit Twisters definitiv fündig. Umgesetzt mit dem neusten Stand der Technik verlässt sich der Film auf bewährte Formeln und lebt seine High-Concept-Prämisse ohne Prätention aus. Stumpf ist er deswegen auf keinen Fall, sondern vor allem eines: mitreißend.