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Abpfiff! Aus und vorbei – Münster verabschiedet sich aus Liga 2…
Nach nur zwei Jahren im deutschen Fußball-Unterhaus geht’s für die „Adlerträger“ zurück in die 3. Liga. Und zwar absolut verdient. Weil Mühe allein nun mal nicht genügt. Sondern auch die nötige Qualität und Cleverness dazu gehören. Beides aber fehlte nachweislich. Nur ein Sieg aus den letzten 20 Spielen reicht einfach nicht für den Klassenerhalt. So gab’s auch im Heimfinale gegen Darmstadt 98 lediglich eine Punkteteilung. Dabei wäre ein „Dreier“ zwingend nötig – und auch machbar – gewesen, um zumindest noch den Hauch einer Chance auf die Relegation zu wahren.
Nur 1:1 – Abstieg besiegelt. Preußen tritt sich in die 3. Liga!
Als Schiedsrichter Lukas Benen (33/Nordhorn) exakt um 15:27 Uhr die Partie beendete, sackten die Jungs von Trainer Alois Schwartz (59) enttäuscht, frustriert und ausgepumpt zu Boden. Mit der traurigen Gewissheit, ihr ersehntes Saisonziel verpasst zu haben. Umso positiver, dass von den Rängen aufmunternder Applaus kam. Die Fans – auch Oberbürgermeister Tilman Fuchs (56) saß auf der Tribüne – verzichteten zwar erneut auf ihren Schlachtruf „Alle zusammen für Preußen Münster“. Zeigten aber mit ihrer Reaktion trotzdem deutlich, dass sie weiterhin ihre „Schwarz-Weiß-Grünen“ unterstützen wollen. Die nun im Sommer einmal mehr vor einem großen Umbruch stehen.

Bitter, aber verdient! Preußen-Kapitän Jorrit Hendrix (l.) sieht nach überhartem Einsteigen gegen Darmstadts Kilian Corredor von Schiedsrichter Lukas Benen (2.v.r.) die Rote Karte
Foto: Bernd Thissen/dpa
Dabei brauchen Sport-Geschäftsführer Ole Kittner (38) und Sportdirektor Jan Uphues (38) definitiv ein glücklicheres Händchen bei der Zusammenstellung des aktuellen Kaders, der ganz offensichtlich keine Zweitliga-Reife besitzt. Bezeichnend war der Auftritt gegen die Darmstädter, für die es um nichts mehr ging. Die Preußen fanden perfekt in die Partie, gingen schon früh durch Shin Yamada (25/8.) in Führung. Der tauchte nach langem Pass von Jorrit Hendrix (31) allein vor 98-Keeper Marcel Schuhen (33) auf und erzielte eiskalt sein drittes Saison-Tor.
Doch wie schon so oft in diesem Jahr – wieder einmal brachten sie sich anschließend mit „dummen Aktionen“ aus der Spur. Diesmal sorgten Charamlambos „Babis“ Makridis (29), der wegen der Gelb-Sperre von Jano ter Horst (23) als Rechtsverteidiger aufhelfen musste, und Kapitän Hendrix für den Bruch im Spiel. Erst „bediente“ Makridis mit einem katastrophalen Fehlpass Gäste-Knipser Isac Lidberg (27), der dankend annahm und aus 16 Metern per Flachschuss ins kurze Eck den Ausgleich markierte (15./17. Saison-Tor).

Da sah’s noch gut aus für die Preußen! Shin Yamada ist seinem Gegenspieler Kai Kleefisch (l.) enteilt und erzielt mit seinem dritten Saison-Tor die Führung gegen Darmstadt
Foto: Hendrik Gräfenkämper/Jan Huebner
Dann – in der 29. Minute – langte Hendrix mit offener Sohle völlig übermotiviert gegen Darmstadts Kilian Corredor (25) hin. Schiri Benen blieb keine andere Wahl – Platzverweis. Bereits Münsters sechster in der laufenden Saison. Davon fünfmal Knallrot (Koulis, Schenk, Jaeckel, Bouchama und Hendrix) sowie eine Ampelkarte (Jaeckel).
Sieben Minuten später hätte die Begegnung komplett kippen können, als Keeper Johannes Schenk nach einem weiteren Makridis-Aussetzer den heranstürmenden Corredor nur noch elferreif stoppen konnte. Doch Lidberg scheiterte vom Punkt und chippte Schenk die Kugel überheblich in die Arme.
Auf der anderen Seite hatte zuvor schon Yamada die riesige Doppelchance zum 2:1. Zunächst scheiterte er jedoch per Kopf, im Nachschuss dann mit rechts aus nächster Nähe am prächtig reagierenden Gäste-Schlussmann Schuhen (20.).

Der Abstieg geht ihm nahe! Preußen-Trainer Alois Schwartz nach dem Schlusspfiff mit Tränen in den Augen
Foto: Bernd Thissen/dpa
Schwartz, der nach seiner gescheiterten „Retter-Mission“ wohl kaum noch eine Zukunft in Münster haben dürfte, genervt: „Ich muss das Ganze erst einmal sacken lassen und verdauen. Wir hatten uns viel vorgenommen, konnten das aber nicht wie erhofft umsetzen. Auch, weil wir uns wieder einmal selber rausgetreten haben.“
Schmerzhaft kommt hinzu, dass ausgerechnet Ex-Trainer Ende, der nur zwei Wochen nach seinem Rauswurf im März bei Mit-Konkurrent Düsseldorf anheuerte, mit der Fortuna einen Überraschungs-Coup gegen Elversberg (3:1) landete. Dieser Erfolg allein hätte schon ausgereicht, um seine ehemaligen Preußen, mit denen er zuvor einen brutalen Absturz hingelegt hatte, im direkten Tabellen-Vergleich zu beerdigen.
Sei’s drum! Einmal noch müssen Schwartz und seine Schützlinge am kommenden Sonntag ran. Beim Saison-Finale in Elversberg (17.5./15.30 Uhr/live bei Sky). Während die Hausherren zwingend drei Zähler für den Sprung in die Bundesliga benötigen, wird’s für die „Adlerträger“ allenfalls noch ein letztes Schaulaufen. Ehe die Absteiger-Truppe anschließend auseinanderbricht…