Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat bei seinem Besuch in Moskau vor einem neuen «Eisernen Vorhang» zwischen Europa und Russland gewarnt. In einem Video auf dem Rückflug nach Bratislava erklärte Fico, er lehne eine dauerhafte politische und wirtschaftliche Abschottung Russlands durch die Europäische Union ab. Stattdessen rief er zu einer erneuten Zusammenarbeit mit Moskau auf.

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico in Bratislava
MARTIN DIVISEK / KEYSTONE
Der slowakische Regierungschef erklärte, seine Regierung habe «Interesse an normalen freundschaftlichen und gegenseitig vorteilhaften Beziehungen» zu Russland und zu allen Staaten, die daran interessiert seien. Fico hatte zuvor in Moskau an den Feierlichkeiten zum russischen «Tag des Sieges» teilgenommen und dort auch Präsident Wladimir Putin getroffen.
Besonders scharf kritisierte Fico die Energiepolitik der Europäischen Union. Die Absicht Brüssels, sich vollständig von russischen Energielieferungen zu lösen, bezeichnete er als «ideologisch» und wirtschaftlich schädlich. Es sei ein Fehler, «aus Hass gegen Russland eine Energieabhängigkeit durch eine andere zu ersetzen» – diesmal durch teureres amerikanisches Gas und Öl.
_e(‚Werbung‘, ‚weltwoche‘); ?>
Die Slowakei gehört innerhalb der EU weiterhin zu den Ländern mit der grössten Abhängigkeit von russischer Energie. Die Regierung in Bratislava macht die Ukraine mitverantwortlich für wirtschaftliche Probleme des Landes, nachdem Kiew Anfang 2025 die Durchleitung russischen Gases gestoppt hatte. Als Anfang 2026 zusätzlich kein russisches Öl mehr über ukrainisches Gebiet floss, rief die Slowakei sogar einen «Erdölnotstand» aus.
_e(‚Werbung‘, ‚weltwoche‘); ?>
Ficos Russlandkurs sorgt in Europa seit längerem für Kritik. Bereits seine Reise nach Moskau stiess auf Widerstand: Die baltischen EU- und Nato-Staaten Estland, Lettland und Litauen verweigerten dem slowakischen Regierungschef Überflugrechte. Für die baltischen Staaten gilt der 9. Mai nicht primär als Tag des Sieges über Hitler-Deutschland, sondern als Beginn der erneuten sowjetischen Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg.