Verdacht auf Hantavirus

Evakuierte der „Hondius“ auf dem Weg nach Deutschland

11.05.2026 – 01:55 UhrLesedauer: 2 Min.

Rettungsfahrzeuge aus Essen und Frankfurt verlassen den Flughafen Eindhoven: Die Patienten werden zunächst nach Frankfurt am Main gebracht, von wo aus sie auf die verschiedenen Bundesländer verteilt werden sollen.Vergrößern des Bildes

Rettungsfahrzeuge aus Essen und Frankfurt verlassen den Flughafen Eindhoven: Die Patienten werden zunächst nach Frankfurt am Main gebracht, von wo aus sie auf die verschiedenen Bundesländer verteilt werden sollen. (Quelle: Christoph Reichwein)

Sechs Deutsche waren auf der „Hondius“, eine ist bereits tot. Was mit den Evakuierten nun passiert, zeigt, wie ernst die Behörden die Lage nehmen.

Am späten Abend sind mehrere Rettungswagen vom militärischen Teil des Flughafens Eindhoven Richtung Deutschland aufgebrochen: Die vier deutschen Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ sind auf dem Weg nach Frankfurt am Main.

Für den sogenannten Sonderisoliertransport sind Einsatzkräfte der Feuerwehr Essen und der Feuerwehr Frankfurt angefordert worden, ein weiterer Rettungswagen ist aus Dortmund gekommen. Von Frankfurt aus werden die Passagiere anschließend zur Quarantäne in die jeweiligen Bundesländer gebracht; über die genauen Maßnahmen entscheiden die zuständigen Gesundheitsämter.

Zuvor war eine Maschine von der Kanaren-Insel Teneriffa kommend in Eindhoven gelandet, mit insgesamt 26 Passagieren und Crewmitgliedern der „Hondius“ an Bord. Neben den vier Deutschen befanden sich auch Niederländer, Belgier und Griechen in dem Flieger. Alle seien ohne Symptome, hatte das spanische Gesundheitsministerium noch vor dem Abflug mitgeteilt. Am Flughafen warteten Spezialisten auf die Evakuierten, um sie medizinisch zu untersuchen. Die niederländischen Passagiere wurden anschließend nach Hause gebracht, wo sie sich sechs Wochen lang in häusliche Quarantäne begeben müssen.

Einer der deutschen Passagiere soll später in die Berliner Charité gebracht werden. Nach Angaben der zuständigen Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit zeigt die Person bisher keine Symptome und kommt „aus der Region Berlin-Brandenburg“. Eine weitere symptomfreie deutsche Kontaktperson von der „Hondius“ soll in Baden-Württemberg in häusliche Quarantäne gehen, das teilte das Sozial- und Gesundheitsministerium in Stuttgart am Abend mit.

Der Flug nach Eindhoven war nicht der erste: Noch vor dem Abflug dieser Maschine waren im Rahmen der Evakuierungsaktion auf Teneriffa bereits drei Flugzeuge mit Spaniern, Franzosen und Kanadiern gestartet. Weitere Maschinen aus Großbritannien, Irland, der Türkei und den USA folgten. Am Montag sollen eine weitere Maschine aus den Niederlanden sowie ein Flugzeug aus Australien folgen.

Die „Hondius“ war am frühen Sonntagvormittag in den Hafen von Granadilla auf Teneriffa eingefahren. An Bord befanden sich zuletzt insgesamt 140 bis 150 Reisegäste, Besatzungsmitglieder und begleitende Experten aus 23 Ländern. Nach Angaben des Schiffsbetreibers Oceanwide waren insgesamt sechs Deutsche an Bord, das Bundesgesundheitsministerium sprach von einer mittleren einstelligen Zahl.