In einer ebenso spannenden wie intensiven Partie hat der Hockey-Bundesligist Crefelder HTC im direkten Duell um die Viertelfinal-Teilnahme beim Mannheimer HC mit 5:3 (3:2) gewonnen und zieht damit in die Runde der letzten Acht ein. Dort empfangen sie am kommenden Wochenende den Ligaprimus Hamburger Polo Club.

Die Ausgangslage vor der Partie war klar: der Crefelder HTC würde mit einem Erfolg nach regulärer Spielzeit noch auf Rang acht klettern, für Mannheim hätte ein Punktgewinn ausgereicht. Und mit dem Heimvorteil im Rücken gingen die Mannheimer nach wenigen Minuten durch Ben Hasbach auch in Führung, der vom Kreisrand in die lange Ecke traf. Beide Teams spielten von Beginn an sehr offensiv ausgerichtet – und nur zwei Minuten später glich der stark aufspielende Lachlan Sharp für die Gäste aus. Quasi im direkten Gegenzug stellte erneut Ben Hasbach, der diesmal nach Strafecke traf, mit dem 2:1 den alten Abstand wieder her.

Sharp und Pfandt sind die entscheidenden CHTC-Akteure

Der CHTC hatte mehr Ballbesitz und erarbeitet sich mehr Kreisszenen, darunter eine Serie von mehreren Strafecken. Schließlich fand Masi Pfandt die Lücke in der gut stehenden Mannheimer Eckenabwehr und sorgte erneut für Gleichstand (18.). Ein Treffer der Mannheimer wurde abgepfiffen, auf der anderen Seite vollendete Lachlan Sharp eine gute Vorarbeit von Niklas Wellen zur 3:2-Halbzeitführung für die Gäste. Pfandt und Sharp waren es auch, die mit ihren technisch versierten Tempoläufen die Mannheimer Defensive immer wieder vor schwierige Aufgaben stellten.

Auch in der zweiten Hälfte blieb es ein Spiel ohne viel Verschnaufpausen. Benedikt Geyer sorgte mit seinem 3:3 dafür, dass Mannheim vor dem letzten Viertel in der Livetabelle wieder an Krefeld vorbeizog. Die Gäste ließen sich von dem erneuten Rückschlag jedoch weiterhin nicht aus der Ruhe bringen und zeigten großen Kampfgeist. Schließlich flankte Lachlan Sharp scharf vors MHC-Tor, wo Lukas Bachmann zum wichtigen 4:3 (51.) abstaubte.

Folgerichtig erhöhte Mannheim den Druck und nahm fünf Minuten vor dem Ende den Torhüter zugunsten eines elften Feldspielers vom Platz. Die Krefelder Defensive rund um Keeper Daniel Floehr, der mit einigen ganz starken Paraden einen wichtigen Anteil am Sieg hatte, blockte den Ball immer wieder entscheidend ab. Sharp legte schließlich auch das entscheidende Tor nach Konter auf, das Masi Pfandt im Fallen ins leere Tor zum 5:3 erzielte und somit für großen Jubel auf Krefelder Seite sorgte (59.). In der verbleibenden Minute wurde es noch mal hitzig, doch der CHTC-Sieg hatte Bestand.

Krefelds Tin Nguyen Luong, der einst beim MHC aktiv war, zeigte sich nach der Partie am Dyn-Mikrofon sowohl erleichtert als auch selbstkritisch: „Uns ist nach dieser schwierigen Saison ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen. Wir sind froh, dass diese Achterbahnfahrt gut für uns geendet ist und wir in den Play-offs stehen. Ich glaube, spielerisch war das eines unserer schwächeren Spiele. Nichtsdestotrotz mussten wir jetzt irgendwie gucken, dass wir gewinnen. Ich glaube, wir haben alles reingelegt mit Kampf und Leidenschaft. Am Ende sind es dann Kleinigkeiten, die zu den Toren führen. Es war schon ein gefühltes Achtelfinale.“

Am kommenden Wochenende findet in Krefeld das Hinspiel gegen den Hamburger Polo Club statt, das Rückspiel und ein mögliches Entscheidungsspiel steigen in der Hansestadt am darauffolgenden Wochenende. In den anderen Play-off-Duellen trifft der Harvestehuder THC auf den TSV Mannheim, der UHC Hamburg spielt gegen Rot-Weiss Köln und Uhlenhorst Mülheim duelliert sich mit dem Club an der Alster. Die jeweiligen Sieger ziehen ins Final Four ein, das am Pfingstwochenende in Bonn stattfinden wird.