Halles Blaulicht-Nachwuchs in Bestform: Am Samstag verwandelte sich die gesamten halleschen Stadtteile Diemitz und Dautzsch in einen Schauplatz für Geschicklichkeit, Wissen und Kameradschaft. Die Freiwillige Feuerwehr Diemitz lud als diesjähriger Gastgeber zum traditionellen Orientierungslauf der Kinder- und Jugendfeuerwehren der Stadt Halle (Saale) ein. Bereits zum 32. Mal stellten sich die jungen Brandschützer den Herausforderungen – und das mit einer beeindruckenden Resonanz: Insgesamt 253 Kinder, Jugendliche und Betreuer nahmen an dem ereignisreichen Wettkampftag teil.

Ein anspruchsvoller Parcours zwischen Theorie und Praxis

Die Stationen des Orientierungslaufs waren so vielfältig wie der Feuerwehralltag selbst. Dabei ging es nicht nur um Schnelligkeit, sondern vor allem um Köpfchen und Teamwork. Im theoretischen Teil wurde das Allgemeinwissen auf den Prüfstand gestellt. Neben Fragen zum aktuellen Bundeskanzler oder dem Oberbürgermeister der Stadt Halle mussten die Teilnehmer auch Fachfragen beantworten, etwa wofür genau die Zahlenkombination in der Fahrzeugbezeichnung eines HLF 20 steht.

Praktisch wurde es bei den zahlreichen Geschicklichkeitsübungen, die über das Gelände verteilt waren. Ein besonderer Balanceakt war der Transport von Dosen auf einer Krankentrage, bei dem jedes Wackeln zum Punktabzug führen konnte. Beim sogenannten Feuerwehr-Minigolf galt es, mit Golfschlägern verschiedene Ausrüstungsgegenstände gezielt anzuspielen und im Anschluss deren Funktion im Einsatzfall zu erläutern. Auch die Treffsicherheit kam nicht zu kurz: Mit Wasserstrahlen aus echten Schläuchen mussten Bälle präzise in ein Ziel befördert werden.

Kernkompetenzen und Schnelligkeit unter Beweis gestellt

Auch die klassischen Disziplinen der Feuerwehrarbeit bildeten einen Schwerpunkt des Tages. An den Stationen zur Ersten Hilfe mussten die Nachwuchsretter zeigen, dass sie im Ernstfall, beispielsweise bei einer Rauchgasintoxikation, die richtigen Maßnahmen ergreifen können. Unter Zeitdruck wurde zudem das logische Denken gefordert, als aus einem großen Bund die passenden Schlüssel für verschiedene Schlösser gefunden werden mussten. Die sportliche Komponente kam beim zügigen Rückbau von Schlauchleitungen zum Tragen, wo die Kinder und Jugendlichen ihre Technik beim Zusammenrollen der schweren Schläuche demonstrierten.

Feierliche Siegerehrung und besondere Auszeichnungen

Nach einem intensiven Tag voller Engagement fand die feierliche Pokalübergabe statt. Bei der Kinderfeuerwehr sicherte sich das Team aus Dölau den ersten Platz, gefolgt von Büschdorf 1 und Reideburg. In der Altersklasse 1 der Jugendfeuerwehr triumphierte die Mannschaft Trotha 2 vor Nietleben und Büschdorf 1. In der Altersklasse 2 der Jugend konnte die Feuerwehr Büschdorf den Gesamtsieg davontragen, während Reideburg und Dölau die weiteren Podestplätze belegten.

Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung des Stadtwehrleiter-Pokals durch Andy Ziems. Diese begehrte Trophäe ging in diesem Jahr an die Jugendfeuerwehr Nietleben. Die Auszeichnung würdigt nicht allein die sportliche Tagesleistung, sondern vor allem das über das gesamte Jahr gezeigte Engagement, die Kameradschaft und den besonderen Teamgeist der Gruppe. Analog dazu wurde erstmals ein Wanderpokal für die Kinderfeuerwehren vergeben, den die Ortsfeuerwehr Lettin mit nach Hause nehmen durfte. Auch hier flossen alle Aktivitäten des vergangenen Jahres in die Bewertung ein. Der 32. Orientierungslauf hat einmal mehr gezeigt, dass die Zukunft der Halleschen Feuerwehren auf einem starken Fundament aus Zusammenhalt und Begeisterung steht.