
Iran hat auf den US-Vorschlag zur Beendigung des Kriegs reagiert – aber die Antwort missfällt US-Präsident Trump. Er wies die Forderungen aus Teheran zurück und nannte sie „völlig inakzeptabel“.
US-Präsident Donald Trump hat einen iranischen Vorschlag für Friedensgespräche zur Beendigung des Krieges zurückgewiesen. Er schrieb auf seiner Plattform Truth Social: „Ich habe gerade die Antwort der sogenannten ‚Vertreter‘ Irans gelesen. Das gefällt mir nicht – völlig inakzeptabel“.
Irans Forderungen wurden vom Vermittlerland Pakistan an die USA übermittelt. Vorausgegangen war ein US-Vorschlag, die Kämpfe einzustellen, bevor über strittigere Themen wie das iranische Atomprogramm verhandelt wird.
Iran mit eigenen Forderungen
Die der iranischen Revolutionsgarde nahestehende Agentur Tasnim meldete, die Führung in Teheran fordere ein sofortiges Ende des Krieges an allen Fronten, insbesondere im Libanon, wo Israel gegen die mit Iran verbündete Hisbollah-Miliz kämpft. Zudem verlange Iran einen Stopp der US-Seeblockade, Garantien gegen weitere Angriffe sowie die Aufhebung der Sanktionen, einschließlich des US-Embargos für iranische Ölverkäufe.
Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge bot die Führung in Teheran an, einen Teil ihres hochangereicherten Urans zu verdünnen und den Rest in ein Drittland zu bringen. Iranische Staatsmedien berichteten aber, in der Antwort auf den US-Vorschlag spiele der Streit über das Atomprogramm keine Rolle.
Wohl auch Kriegsreparationen gefordert
Der US-Vorschlag ist von iranischen Staatsmedien offenbar wie eine Aufforderung zur Kapitulation Teherans aufgenommen worden. Eine Annahme hätte die Unterwerfung der Islamischen Republik unter die „überzogenen Forderungen“ von Trump bedeutet, kommentierte unter anderem der regierungstreue Sender Press TV.
Dagegen betone der von Iran vorgelegte Plan nicht nur ein Ende des Kriegs an allen Fronten, sondern auch die Notwendigkeit, dass die USA Kriegsreparationen zahlen müssten, sowie die „vollständige iranische Souveränität über die Straße von Hormus, ein Ende der Sanktionen und die Freigabe beschlagnahmter iranischer Vermögenswerte“.
14-Punkte-Plan der USA
Bei dem US-Vorschlag handelt es sich um eine 14 Punkte umfassende Absichtserklärung. Deren Ziel ist es unter anderem, einen Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg zu beenden.
Diskutiert werden Medienberichten zufolge auch eine Lockerung von US-Sanktionen und Vereinbarungen zur Zukunft der Straße von Hormus – einem der wichtigsten Seehandelswege der Welt. Zudem soll eine Grundlage für Verhandlungen über Irans Atomprogramm geschaffen werden.
Chamenei will Einsätze laut Staatsmedien fortsetzen
Irans neuer Oberster Führer, Modschtaba Chamenei, der seit Beginn des Krieges nicht in der Öffentlichkeit gesehen wurde, habe sich mit dem Leiter des gemeinsamen Militärkommandos getroffen, berichteten iranische Staatsmedien. Chamenei habe dabei „neue und entscheidende Anweisungen für die Fortsetzung der Operationen sowie die energische Konfrontation mit den Feinden erteilt“. Details wurden nicht genannt.
Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu sagte dem US-Sender CBS, der Krieg sei noch nicht vorbei, weil sich noch immer angereichertes Uran im Iran befinde. „Trump hat zu mir gesagt: ‚Ich will da rein‘ und ich glaube, dass das physisch machbar ist“, sagte er.