So hatte sich das Manuel Baum vorgestellt. Von einem Bild hatte der Trainer des FC Augsburg am Donnerstag gesprochen, das er im Kopf habe. Auf diesem Bild seien er und seine Mannschaft zu sehen, gefeiert von den Fans. Nach einem Sieg im letzten Heimspiel der Bundesliga-Saison. Dieses letzte Heimspiel fand am Samstagnachmittag statt. Und da mit Borussia Mönchengladbach ein „angenehmer Gegner“ zu Gast war, wie Gästetrainer Eugen Polanski zugab, wurde aus dem erhofften Bild Realität.

3:1 gewannen die Augsburger vor 30.660 Fans. Die Tore erzielten Michael Gregoritsch (24./72.) und Robin Fellhauer (42.) bei einem Gegentor von Giovanni Reyna in der Nachspielzeit. Es war ein überzeugender Sieg. Also standen die Augsburger um kurz vor halb sechs vor ihrer Fankurve und feierten. Eine weitere starke Leistung, eine weitere Bestätigung, dass die Mannschaft in dieser Saison tatsächlich bis zum Ende durchzieht. Anders als in den Jahren zuvor.

Baum war mittendrin. Weil er mit seinem Trainerteam großen Anteil an der Entwicklung hat. Weil es ihm gelungen ist, die Mannschaft zu einer sorgenfreien Saison zu führen. Und womöglich sogar noch mehr. Die Träume vom internationalen Geschäft leben. Weil der SC Freiburg am Sonntagnachmittag in Hamburg verloren hat, ist Rang sieben und damit die Conference League noch erreichbar.

Der FCA bleibt weiter hungrig

Benjamin Weber hatte von einem „kleinen Endspiel in Berlin“ geträumt. Weil Endspiele in Berlin immer schön seien. In erster Linie trifft das auf das Pokalfinale zu. An dem nehmen die Augsburger nicht teil. Sie beenden ihre Saison aber mit einem Auswärtsspiel am Samstag bei Union. Es wird ein kleines Endspiel um Europa. Freiburg liegt nur einen Punkt vor dem FCA, Frankfurt ist punktgleich mit den Augsburgern. „Es wäre mega, wenn wir am letzten Spieltag noch eine Chance haben“, hatte Baum am Samstag gesagt. Nun ist es so weit. „Dann hauen am letzten Spieltag nochmal alles rein, den Strohhalm wollen wir jetzt auch ergreifen“, sagte er.

Weber hatte schon am Samstagnachmittag davon gesprochen, wie „überragend“ es sei, die Heimspiele so zu beenden. Mit einem verdienten Erfolg. „Es zeichnet uns gerade aus, dass wir hungrig sind, hungrig bleiben und nicht nachlassen“, sagte der Sportdirektor. Immer wieder hatte er darauf hingewiesen, dass er genau diese Einstellung bis zum letzten Spieltag erwarte. Die Mannschaft hat sich daran gehalten. „Das ist ein sehr guter Geist“, lobte Weber. Es sei in jedem Fall eine Teamleistung gewesen, diesen Geist zu implementieren. „Wir warnen uns gegenseitig“, so Weber, sobald einer feststellt, dass zu viel Lockerheit einziehen könnte.

Das passierte nicht. Weil die Spannung hochgehalten wurde. Auch gegen Mönchengladbach. Von einer sehr starken Leistung sprach Manuel Baum, allerdings wissend, dass die Gegenwehr der Gäste überschaubar war. So wurde der Samstag zu einem entspannten Feiertag. Mit Verabschiedungen der Spieler Elvis Rexhbecaj und Daniel Klein, von Torwarttrainer Marco Langner sowie Berater Stefan Reuter vor dem Spiel. Und mit Freibier am Ende.

Bei der Baum-Frage spielen viele Faktoren rein

Eine Frage allerdings blieb auch am Samstag ungeklärt. Zumindest offiziell. Wie geht es mit Manuel Baum weiter? Als Trainer oder kehrt er auf seine Position als Leiter Entwicklung und Fußballinnovation zurück? Baum selbst habe am Samstag nie den Gedanken im Kopf gehabt, dass es sein letztes Heimspiel als Cheftrainer sein könnte. Weil der Fokus einzig und alleine auf der Partie lag.

Die Gespräche über seine Zukunft sollen nach dem letzten Spieltag stattfinden, wenn der Druck des Ligaalltags abgefallen ist. „Wir treffen uns am Sonntag nach dem Spiel in Berlin“, sagte Weber, „wie lange das braucht, wird man sehen.“ Die Zeit nach der Saison gebe mehr Ruhe, gebe die Chance, mehr ins Detail zu gehen. „Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Da geht es um Leistung und um Strategie. Das ist nichts, was man von heute auf morgen klären kann“, so Weber. Klar ist: Baum liefert viele Argumente, ihn als Trainer weiterzubeschäftigen. Die Ergebnisse würden für sich sprechen, betonte auch Weber. „Wir sind sehr zufrieden, wie es gerade läuft.“ Andererseits könnte Baum auch dringend als Leiter Entwicklung und Fußballinnovation gebraucht werden. Diese Stelle ist derzeit unbesetzt.

Bewerbungen treffen immer mal wieder an, sagte Benjamin Weber am Samstag. Für den Posten als Trainer, aber auch für Baums ursprüngliche Rolle. „Das ist ein gutes Zeichen“, sagte Weber, offenbar sei der FCA als Arbeitgeber attraktiv. Weber aber betonte auch, dass der Klub auf alle Szenarien vorbereitet sei und lieber selbst handle, als getrieben zu werden. Klingt nach einem klaren Plan, das Heft des Handelns selbst in der Hand haben zu wollen.