Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kommt am 11.05.2026 auf dem Hauptbahnhof in Kiew an.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei seiner Ankunft in Kiew.

Quelle: dpa

Verteidigungsminister Boris Pistorius setzt auf den Bau von neuen Waffensystemen zusammen mit der Ukraine. Dazu solle die Zusammenarbeit beider Staaten weiter ausgebaut werden, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Kiew, wo er am Morgen zu einem nicht öffentlich angekündigten Besuch eintraf. Diese Kooperation als Teil einer strategischen Partnerschaft zu stärken, sei das Hauptziel der Reise.

„Deutschland und die Ukraine sind strategische Partner, die beide von der Kooperation profitieren. Daraus ergeben sich zahlreiche neue Projekte“, sagte der Minister.

Im Fokus steht die gemeinsame Entwicklung modernster unbemannter Systeme in allen Reichweiten, gerade auch im Bereich ‚deep strike‘. So stärken wir die Sicherheit unserer Länder.

Boris Pistorius, Verteidigungsminister

ZDF-Korrespondentin Anne Brühl in Kiew

Die Militärparade in Moskau zum „Tag des Sieges“ fiel dieses Jahr ungewöhnlich klein aus. ZDF-Korrespondentin Anne Brühl berichtete über ukrainische Reaktionen aus Kiew.

09.05.2026 | 1:01 min

Als „deep strike“ wird die Fähigkeit bezeichnet, wichtige Angriffsziele weit im Hinterland eines gegnerischen Landes zu zerstören. Die europäischen Nato-Partner haben im Bereich der weitreichenden Waffen noch sogenannte Fähigkeitslücken. Pistorius hält es für nötig, dass die Nato-Staaten diese schnellstmöglich schließen.

Pistorius: „Profitieren von Erfahrungen der Ukrainer auf Gefechtsfeld“

Pistorius sagte, die Bundesregierung strebe weitere deutsch-ukrainische Gemeinschaftsunternehmen („Joint Ventures“) an. „Dabei profitieren wir von den Erfahrungen der Ukrainer auf dem Gefechtsfeld. Außerdem planen wir, über die Plattform ‚Brave One‘ Entwickler, die vielversprechende Innovationen vorweisen können, zu fördern“, sagte Pistorius.

Christian Sievers und Armin Coerper

„Das ist für ihn ein kluger Schachzug“, sagte ZDF-Russland Korrespondent Armin Coerper zum Vorschlag Putins, Ex-Kanzler Schröder als Vermittler im Krieg in der Ukraine einzubinden.

10.05.2026 | 2:21 min

Um einen Mangel an weiterreichenden Waffen auszugleichen, hat die Ukraine inzwischen umfangreiche Eigenentwicklungen gemacht. So gilt sie im fünften Jahr des Abwehrkampfes gegen Russland als ein weltweit führendes Land beim Kampf mit Drohnen. Aus leidvollen Erfahrungen an der Front wurden neue Einsatzverfahren abgeleitet.

Russland zunehmend unter Druck

Inzwischen stehen Russlands Truppen durch die Gegenwehr der von Nato-Staaten unterstützten Ukraine – Deutschland liegt hier ganz vorn – zunehmend unter Druck. Im April verlor das russische Militär erstmals seit Jahren wieder mehr Gebiete in der Ukraine als es neu besetzte.

Vor allem die ukrainischen Drohnen treffen in immer kürzeren Abständen ihre Ziele auch weit hinter der Front. Zugleich sind die Kampfhandlungen weitgehend festgefahren und auf dem Schlachtfeld gibt es kaum echte Bewegung. Allein im April hatte Russland nach westlichen Militärangaben 35.000 Tote und Verletzte zu verzeichnen.

Der Zugang zur digitalen Außenwelt wird auch in den russisch besetzten Gebieten der Ukraine immer schwieriger.

Die von Russland verhängte Internetsperre betrifft auch die besetzten ukrainischen Gebiete. Dort lebende Menschen sind praktisch von der Außenwelt abgeschnitten.

10.05.2026 | 1:35 min

Was kommt nach dem Auslaufen der Waffenruhe?

Mit Sorge wird auf das Auslaufen der Waffenruhe am Montag geblickt, auf die sich Russland und die Ukraine unter Vermittlung von US-Präsident Donald Trump geeinigt hatten. Anlass dieser Einigung waren die Feierlichkeiten in Russland zum Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg.

Kremlchef Wladimir Putin wollte eine störungsfreie Militärparade in Moskau gewährleisten, die ukrainische Seite vor diesem Hintergrund eine längere Waffenruhe durchsetzen.

Russland hat in den Kriegsjahren immer wieder ukrainische Städte und zivile Infrastruktur unter Feuer genommen. Auch trotz der aktuell geltenden Feuerpause setzten russische Truppen nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Angriffe „in den für sie entscheidenden Richtungen“ fort. In seiner abendlichen Videoansprache sagte Selenskyj, Russland habe in den vergangenen 24 Stunden rund 150 Angriffsaktionen gestartet. Auch das russische Militär warf der Gegenseite fortwährende Provokationen und Angriffe vor.

Putin und Schröder, die sich die Hand geben

Putin schlägt Ex-Kanzler Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg vor – und spricht von einem möglichen Kriegsende. Welche Strategie hinter der Aussage steckt, analysiert ZDFheute live.

10.05.2026 | 21:45 min

Deutschland will mehr privates Kapital mobilisieren

Deutschland hat seine Unterstützung für den Abwehrkampf der Ukraine zuletzt ausgeweitet. So will die Bundesregierung auch private deutsche Geldgeber verstärkt für Investitionen in ukrainische Rüstungsbetriebe und Gemeinschaftsunternehmen gewinnen.

Um über die Bedingungen dafür zu reden, hatte das Verteidigungsministerium in Berlin eine Konferenzschalte mit Regierungsvertretern der Ukraine ausgerichtet. Erstmals waren auch Banken, Fonds und weitere relevante Akteure des Finanzsektors dabei.

Mitte April hatte die Bundesregierung bei Regierungskonsultationen eine „strategische Partnerschaft“ mit der Ukraine vereinbart und weitere Militärhilfe zugesagt. Die Zusammenarbeit soll künftig weit über die militärische und finanzielle Hilfe Deutschlands hinausreichen, sodass beide Seiten langfristig davon profitieren können.

Rettungskräfte suchen am 25. April 2026 in Dnipro (Ukraine) unter den Trümmern eines vierstöckigen Wohnblocks nach Überlebenden, der durch einen russischen Raketenangriff zerstört wurde. Russische Streitkräfte führten in der Nacht einen großangelegten Raketen- und Drohnenangriff auf die Stadt in der Zentralukraine durch, bei dem fünf mehrstöckige Gebäude, eine Industrieanlage, eine Tankstelle, ein Geschäft sowie private Pkws beschädigt wurden. Der Tod von vier Menschen wurde bestätigt, während die Zahl der Verletzten auf 27 gestiegen ist – darunter zwei Kinder. Möglicherweise befinden sich noch weitere Menschen unter den Trümmern, während die Such- und Rettungsarbeiten weiterhin andauern.

An der Universität Kiew zeigt sich, wie sehr der russische Angriffskrieg den Alltag verändert hat. Fotos erinnern an getötete Studenten, ständige Bedrohung prägt das Leben.

09.05.2026 | 2:13 min

Bekanntgegeben wurde, dass Deutschland einen Vertrag der Ukraine mit dem US-Rüstungsunternehmen Raytheon über die Lieferung von mehreren hundert Patriot-Raketen finanzieren wird. Ferner sei mit dem deutschen Unternehmen Diehl Defence die Lieferung weiterer Startgeräte für Iris-T-Luftabwehrsysteme abgemacht worden. Vereinbart wurde auch die Produktion von Drohnen mittlerer und größerer Reichweite. Geplant ist die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Ziel der Lieferung Tausender Drohnen.

Waffenhilfe soll Verhandlungsposition der Ukraine stärken

Erklärtes Ziel Deutschlands und der anderen Unterstützer der Ukraine ist es, dem Land eine möglichst starke Position in etwaigen Friedensverhandlungen mit Russland zu verschaffen. Moskau soll dem angegriffenen Land keine Regeln für eine Friedenslösung diktieren können, zu der auch Gebietsabtretungen gehören könnten.

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Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

Russland greift die Ukraine an

:Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.

Rettungskräfte räumen am 21.11.2025 die Trümmer eines Wohnhauses in Ternopil weg, das bei einem russischen Angriff schwer beschädigt wurde.

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Quelle: dpa

Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 11.05.2026 ab 07:30 Uhr.